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© Krankenanstalt Rudolfstiftung/Foto Wilke
Prof. Dr. Franz Weidinger, KrankenanstaltRudolfstiftung Wien.
© Salzburg Congress

Auch heuer werden zahlreiche Besucher bei der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft in Salzburg erwartet.

 
Kardiologie 28. Mai 2014

Jahrestagung in Salzburg: Noch mehr Fortbildung und Praxisbezug

Dem internationalen Trend folgend wurde der Fortbildungscharakter der ÖKG-Jahrestagung heuer insgesamt verstärkt und ein neues, praxisbezogenes Vortragsformat eingeführt.

Das Motto der heurigen Jahrestagung, „Der Patient zwischen Guidelines und Praxis“, lässt die Überlegungen des Programmkomitees der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) recht gut erkennen. „Wir wollen die wachsende Bedeutung der Behandlungs-Leitlinien hervorheben und Unterstützung bei der Umsetzung im praktischen Alltag anbieten“, betont Univ.-Prof. Dr. Franz Weidinger, Wien. Der amtierende Präsident der ÖKG weist darauf hin, welche große Herausforderung die Kenntnis und Interpretation der Leitlinien für praktizierende Ärzte darstellt. Zuletzt wurden von der European Society of Cardiology (ESC) gleich mehrere Leitlinien innerhalb kürzester Zeit publiziert. Sie betreffen Bereiche, die auch für niedergelassene Ärzte von enormer Bedeutung sind, etwa die neuen Leitlinien zur stabilen koronaren Herzkrankheit oder zur Gerätetherapie bei Herzinsuffizienz. Prof. Weidinger: „Hier gibt es wichtige Neuerungen, die in kompakter, gut verständlicher Form kommuniziert werden müssen. Auch geben einige Aspekte Anlass zur kritischen Diskussion, da der Inhalt der Leitlinien naturgemäß nicht alle Antworten enthalten können, die auf die Probleme des einzelnen Patienten zutreffen.“

Guideline-fit auch bei schwierigen Fälle

Das Programmkomitee hat sich daher in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen entschlossen, ein neues Format zu entwickeln, das der Fülle der Informationen, die in den jeweiligen Guidelines enthalten sind, gerecht wird. Prof. Weidinger: „Die Inhalte der aktuellen Guidelines werden dabei anhand von Fallbeispielen kritisch diskutiert. Die Sitzungen mit dem Namen ‚Guide -fit‘ folgen einem von Doz. Mörtl, St. Pölten, und Prof. Siostzronek, Linz, entwickeltem Schema mit betontem Fortbildungscharakter. Ziel ist es, dass die Teilnehmer ihren eigenen Kenntnisstand der Guidelines prüfen können. Zugleich soll für schwierige Einzelfälle herausgefunden werden, welche Empfehlungen passen. Ein reger Dialog zwischen Moderator, Fallpräsentator und dem Publikum ist erwünscht.“

Ebenfalls den Guidelines gewidmet sind die Sitzungen der Arbeitsgruppe Young Cardiologists of Tomorrow („Der ungewöhnliche Patient und die Guidelines“) und der Arbeitsgruppe kardiologisches Assistenz- und Pflegepersonal, die laut Forderung der ESC künftig stärker in die Implementierung der Guidelines einbezogen werden sollten. Zudem gibt es auch heuer wieder eine gemeinsame Sitzung mit der ESC, in der die aktuellsten Guidelines von einzelnen Ko-Autoren der jeweiligen Task Forces präsentiert werden. Auch Studien, deren Ergebnisse nicht die Erwartungen erfüllt haben, werden in dieser wie auch in einer speziellen Kontroversen-Sitzung aufgegriffen. Mit dem Hinweis auf die Simplicity HTN3-Studie, die den Nutzen der renalen Denervierung bei therapieresistenter Hypertonie in Frage stellt, unterstreicht Prof. Weidinger die Notwendigkeit, solche Ergebnisse in einem breiten Forum zu diskutieren, um Ärzte bei ihren Entscheidungen im klinischen Alltag zu unterstützen und ihnen für neue, noch nicht etablierte Therapieformen Empfehlungen mit auf den Weg zu geben, damit sie Patienten, die diesbezügliche Information verlangen, adäquat beraten können.

Weitere Highlights der Tagung sind der Festvortrag, die Präsentation der Best Abstracts sowie eine Plenarsitzung, die speziell der kardiolgischen Ausbildung gewidmet ist. Den Festvortrag hält Prof. Bernhard Meier vom Herzzentrum Inselspital Bern, ein Pionier der interventionellen Kardiologie. Er hat gemeinsam mit Andreas Grüntzig die ersten Jahre der PTCA mitgestaltet und stellt in Salzburg seine persönliche Sicht der interventionellen Kardiologie und deren Entwicklungspotenzial dar.

Für wissenschaftlich tätige Kardiologen ist die Jahrestagung in Salzburg auch heuer wieder eine wichtige Gelegenheit, die eigenen Arbeiten im Beisein interessierter und erfahrener Kollegen vorzustellen und zu diskutieren.

Die Best Abstracts, präsentiert im Rahmen von zwei Sitzungen am Donnerstag, den 29. Mai 2014, stehen den Leserinnen und Lesern von Cardio News Austria, offizielles Organ der ÖKG, in dieser Ausgabe als Printversion zur Verfügung. Damit soll die Transparenz der kardiologischen Forschung in Österreich zusätzlich gesteigert werden.

Best Abstracts

Von insgesamt 165 eingereichten Abstracts gingen 13 Arbeiten als sogenannte „best abstracts“ hervor (siehe Seite 29-33). Sie werden im Rahmen der Jahrestagung in oraler Form präsentiert. Die übrigen angenommenen Abstracts werden im Rahmen der Posterpräsentationen vorgestellt und diskutiert.

Nachlese zur Tagung

Freuen Sie sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe von Cardio News Austria. Darin finden Sie eine ausführliche Berichterstattung über alle wichtigen Vorträge, Präsentationen und Ereignisse der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. Die Cardio News Redaktion und der Springer Verlag sind für Sie vor Ort.

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