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Ein Handventilator bringt vielen Patienten bei Dyspnoe Erleichterung.
 

Atemnot am Lebensende: Was hilft?

Reicht die kausale Therapie nicht aus, sind Opioide erste Wahl.

Atemnot ist ein subjektives Symptom und korreliert nicht immer mit dem Sauerstoffpartialdruck des Bluts, erinnerte Dr. Verena Gartner, Palliativmedizinerin vom Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien, beim diesjährigen Kongress der DGIM.

Reicht die kausale Therapie der Dyspnö nicht aus, ist die Opioidtherapie Mittel der ersten Wahl. Dabei scheinen vernebelte Opioide in Studien wenig wirksam zu sein. Für alle anderen sei die Wirksamkeit zur Linderung der Atemnot nach einer Metaanalyse ( Jennings et al.: Thorax 2002 ) mit guter Evidenz belegt, so Gartner. „Bei der Therapie sollte man sich an Wirksamkeit und Nebenwirkungen entlang titrieren“, empfahl die Palliativmedizinerin und warnte, zu früh mit der Titration aufzuhören. Für andere medikamentöse Maßnahmen, etwa Benzodiazepine, Antidepressiva, Neuroleptika oder Steroide, fehle dagegen die Evidenz. Wichtig sei es, nicht-medikamentöse Maßnahmen zu berücksichtigen.

Wichtig für den Patienten sei ein Aufstellen eines Atemnotplans. Gehhilfen wie ein Rollator können die Atemnot lindern, möglicherweise indem sie helfen, die Atemhilfsmuskulatur zu aktivieren. Ein probates Mittel kann auch ein kleiner Ventilator sein, der vor das Gesicht gehalten wird. Der Luftstrom bringt den Patienten oft Erleichterung. Dafür gibt es sogar Evidenz aus einer kontrollierten Studie, die den Einsatz eines Handventilators vor dem Gesicht und – als Kontrolle – vor dem Knie verglich ( Galbraith et al.: J Pain Symptom Manage 2010 ). Sauerstoff helfe nur bei hypoxämischen Patienten.

Quelle: „„Evidenzbasierte Therapie sterbender Patienten“, Sondersitzung der ÖGIM im Rahmen des 120. Kongresses der DGIM, Wiesbaden, 26.–29. April 2014

springermedizin.de, Ärzte Woche 21/2014

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