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© Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich
Das Beckenboden-Team des KH BHS Ried bei der Zertifikatsüberreichung durch Prof. Dr. Engelbert Hanzal.
 
Urologie 25. November 2013

Kontinenz dank neuromuskulärer Harmonie

Besucherrekord bei der Jahrestagung der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich.

Unter dem Motto „Kontinenz dank neuromuskulärer Harmonie“ referierten an zwei sonnigen Herbsttagen führende Experten aus dem In- und Ausland einmal mehr in den Räumlichkeiten des Landwirtschaftlichen Fortbildungsinstituts auf der Linzer Gugl. Erstmals konnten heuer Synergien mit den Kontinenz- und Stomaberaterinnen (KSB) genutzt werden, die tags zuvor ihre Jahrestagung abhielten, wodurch sich eine dreitägige Abfolge konzentrierter Wissensvermittlung für all jene ergab, denen das Tabu-Thema Inkontinenz ein Anliegen ist.

Mit ca. 330 Teilnehmern aus Medizin, Pflege und Physiotherapie konnten die Tagungspräsidenten Martina Steinbeiß DGKS, KSB und diplomierte Sexualberaterin am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, und Prim. Dr. Christoph Kopf, Leiter der chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Schärding, heuer einen Besucherrekord verzeichnen.

Die Tagung hatte neurologische Defizite als thematischen Schwerpunkt, weshalb wesentliche Vorträge auch von Experten von Rehabilitationszentren für Querschnittsgelähmte gehalten wurden. Wertvolles Wissen zu den komplexen Beziehungen zwischen Nervensystem, Organen und Muskulatur des kleinen Beckens sowie deren Therapie, Rehabilitation und Management wurde in Vorträgen und Workshops vermittelt (siehe Bericht Neurogene Inkontinenz).

Das Programm umfasste weiters die Themen Sexualität und Inkontinenz - von der Potenz nach radikaler Prostatektomie bis hin zu sexueller Funktionsstörung nach koloproktologischen Eingriffen und Patientenaufklärung bei radiogener Vaginalstenose (siehe Bericht: Ein Tabu, das keines sein sollte).

Der Samstag war der klinischen Forschung in der Physiotherapie gewidmet und es wurde ein spezieller Blick auf den Beckenorganprolaps aus chirurgischer und gynäkologischer Sicht geworfen.

Neu im Programm war heuer ein „Basisseminar für Einsteiger“, das auch auf die neue Zielgruppe der Arztassistentinnen ausgerichtet war. Ziel war es, durch entsprechende Information und Schulung z.B. in der Fragentechnik, Patienten das Ansprechen des „heimlichen Leidens“ bei den Allgemeinmedizinern zu erleichtern.

Das inzwischen bewährte Format der „Salons“ – Gesprächsgruppen, in denen nach einem kurzen Impulsvortrag zu einem Thema in kleiner Gruppe unter Moderation eines Experten diskutiert wird - wurde auch heuer wieder sehr gut angenommen. Teilnehmer aus den verschiedenen Berufsgruppen und Fachgebieten hatten im Rahmen dieser offenen Dialoge die Möglichkeit, zu sechs Themengebieten Fragen zu stellen sowie Anmerkungen und ihre Sichtweisen einzubringen.

Re- und Neuzertifizierung

Im Rahmen des Kongresses wurden heuer zwei „Kontinenz- und Beckenbodenzentren (KBBZ)“ zertifiziert: Das KBBZ der Barmherzigen Schwestern Ried hat erfolgreich re-zertifizert und das KBBZ des Klinikums Wels-Grieskirchen hat sich neu zertifizert. Diese Zentren zeichnen sich durch besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten der kooperierenden Institutionen auf den Gebieten der Diagnostik und Therapie bei Harn- und Stuhlinkontinenz sowie bei Erkrankungen des Beckenbodens aus.

Der gesellschaftliche Höhepunkt war der Festabend am Linzer Pöstlingberg, im Rahmen dessen Prof. Franz Böhmer, Geriater der ersten Stunden in der MKÖ, zu deren Ehrenmitglied ernannt wurde.

Insgesamt konnte mit dieser Tagung die wichtige fächerübergreifende Zusammenarbeit von Medizinern mehrerer Disziplinen, Pflegepersonen und Physiotherapeuten weiter gestärkt werden.

MKÖ: Engagement seit 23 Jahren

Blasen- und Darmschwäche sind ein häufiges Problem. Rund eine Million Österreicher leidet darunter, den Abgang von Harn oder Stuhl nicht mehr kontrollieren zu können. Seit Bestehen ist es das Ziel der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), Maßnahmen zur Vorbeugung, Abklärung und Behandlung der Inkontinenz sowie Forschung, Lehre und Praxis zu fördern, medizinisches Fachpersonal aus- und weiterzubilden, die Öffentlichkeit umfassend zu informieren, um das Thema aus dem Mantel des Schweigens zu holen, sowie Betroffene persönlich zu beraten (mehr unter www.kontinenzgesellschaft.at ).

Die Abstracts der Vorträge der Jahrestagung finden Sie ebenfalls auf www.kontinenzgesellschaft.at.

Save the date: Die 24. Jahrestagung der MKÖ wird am 17. und 18. Oktober 2014 erneut im LFI Linz stattfinden.

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