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Neurologie 30. Oktober 2013

Qualität von Schmerz-Websites mittelmäßig

Rund die Hälfte der Befragten wünscht sich eine Evaluierung der Qualität von Websites.

Die große Mehrheit von chronischen Schmerzpatienten nutzt das Internet für die Recherche von Gesundheitsinformationen, die sie dann aber wieder mit ihren Behandlern diskutieren. Das zeigt eine Schweizer Studie, die auf dem Kongress der Europäischen Schmerzgesellschaft EFIC in Florenz vorgestellt wurde. Eine neue Studie aus Italien zeigt, dass die Qualität von Internetangeboten zum Thema Schmerz zu wünschen übrig lässt.

„Die meisten chronischen Schmerzpatienten nutzen das Internet, um Gesundheitsinformationen zu suchen, aber nur wenige sind auch in sozialen Medien oder Foren aktiv,“ berichtete Dr. Christine Cedraschi, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes.

„Viele Menschen mit chronischen Schmerzen nutzen die Information, die sie online finden, um sie mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin zu diskutieren“, fasste Cedraschi wichtige Ergebnisse einer aktuellen Studie ihres Teams an der Universitätsklinik Genf zusammen (Abstract Piguet et al, Health information on the Internet: What do chronic pain patients look for?)

Insgesamt 55 Schmerzpatienten nahmen an der Befragung teil. Zwei Drittel litten an Schmerzen des Bewegungsapparates, etwa ein Viertel hatte neuropathische Schmerzen. Fast alle Befragten hatten Zugang zu einem Computer, 69 Prozent der Studienteilnehmer waren öfter als einmal am Tag im Internet. An Foren oder sozialen Netzwerken nahmen nur wenige Befragte teil, alle benutzten das Internet auch, um gesundheitsbezogene Informationen zu suchen.

„Unter den am häufigsten benutzten Suchbegriffen waren neuropathische Schmerzen, Rückenschmerzen und Schmerzen des Bewegungsapparates, aber auch Opioide, Antidepressiva und Antiepileptika“, berichtete Cedraschi. „Ein Drittel der Befragten gab an, dass die Online-Information positive Auswirkungen habe, hauptsächlich deshalb, weil sie das Gefühl hatten, damit bei ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besser und gezielter nachfragen zu können.“

Während eine Mehrheit von 57 Prozent der befragten Schmerzpatienten mit den Suchergebnissen zufrieden war, gab immerhin auch rund die Hälfte der Befragten an, dass eine Evaluierung der Qualität von Websites wünschenswert wäre.

Italienische Studie: Qualität der Schmerz-Websites mittelmäßig

Genau dieser Frage ging eine italienische Studie nach (Abstract Camilloni et al, Italian chronic pain websites: assessment of quality of information using the Dragulanescu instrument). Sie kommt zum Ergebnis, dass die durchschnittliche Qualität der Webangebote zum Thema Schmerz Schwächen aufweist. Das Forscher-Team aus Rom suchte Websites, die sich mit dem Thema Schmerz generell beschäftigen, aber auch mit chronischem Schmerz, Rückenschmerzen, Arthritis und Fibromyalgie. „Die Qualität der Internetangebote wurde anhand von Kriterien der Evaluation nach Dragulanescu erhoben“, sagte Studienautorin Dr. Arianna Camilloni von der Sapienza Universität Rom.

Diese betreffen die Genauigkeit, Glaubwürdigkeit, Vollständigkeit, Aktualität, Informationsdichte, Interaktivität, Objektivität und Schnelligkeit. Etwa 40 Prozent der überprüften Schmerz-Websites schnitten bezüglich der Darstellung von Beschwerden und Therapien und wegen interaktiver Optionen gut ab, so Camilloni. „Aber oft bieten die Internetangebote zum Thema Schmerz keine qualitätsvolle, verständliche Information für Patienten“.

Quelle: 8. Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC, 9. – 12. Oktober 2013, Florenz

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