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Kardiologie 16. September 2013

Chronische Herzinsuffizienz

Kalzium spielt eine Rolle bei der Entstehung.

Veränderungen im Kalziumhaushalt des Zellkerns von Herzmuskelzellen dürften eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Herzinsuffizienz spielen. Das zeigt eine Studie aus Graz, die auf dem ESC präsentiert wurde.

„Unsere Arbeit beschreibt die Frühphase der Herzinsuffizienz-Entstehung und zeigt zum ersten Mal, dass ein anomaler Anstieg der Kalziumkonzentration im Zellkern bereits in diesem frühen Stadium der Erkrankung auftritt. Dieser Prozess könnte eine Schlüsselrolle in der Entstehung der Herzinsuffizienz spielen“, sagte Studienerstautorin Senka Ljubojevic, PhD von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Med Uni Graz. Wie eine Herzinsuffizienz entsteht, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass während des Fortschreitens der Krankheit eine strukturelle und funktionelle Veränderung des Herzens stattfindet, die als kardiales Remodeling bezeichnet wird. „Unsere Studie ging der Frage nach, wo und wie dieser Veränderungsprozess beginnt“, so Ljubojevic,

Die neuen Einsichten könnten wichtige Impulse für künftige diagnostische und therapeutische Strategien liefern. „Die heutige Diagnostik ist vor allem symptomorientiert und beruht auf der Identifizierung von strukturellen und funktionellen Veränderungen des Herzmuskels. Dadurch wird die Krankheit oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt“, so Ljubojevic. „Aktuelle therapeutische Ansätze sind ebenfalls symptomorientiert und können die kausalen Ursachen der Herzinsuffizienz nicht ausreichend therapieren.“ Ziel ist es, Arzneimittel zu entwickeln, die direkt an den Herzmuskelzellen angreifen und die Umbauvorgänge, die dort stattfinden, stoppen oder sogar umkehren können. Dafür ist ein umfassendes Verständnis über die Entstehung der Herzinsuffizienz essenziell.

Quelle: Jahrestagung European Society of Cardiology (ESC), 31. August – 4. September 2013, Amsterdam. ESC Abstract 32 - Early alterations of nuclear Ca2+-dependent signalling in cardiac hypertrophy.

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