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Handanlegen wirkt offenbar auch gegen Migräne.
 
Neurologie 24. Juni 2013

Handarbeit gegen Kopfschmerzen

Osteopathische Therapie lindert Migräne.

Handarbeit gegen Kopfschmerzen: Eine osteopathische Therapie kann Migräneschmerzen offenbar deutlich reduzieren. Darauf deutet eine kleine kontrollierte Studie hin, die auf dem Kongress der European Neurological Society (ENS) in Barcelona präsentiert wurde.

Für die Akupunktur ließ sich in Studien bereits ein Nutzen gegen verschiedene Kopfschmerztypen nachweisen, wenngleich es dabei wenig relevant war, wo die Therapeuten die Nadeln platzierten. Nun haben italienische Forscher um Dr. Francesco Cerritelli von der Italienischen Osteopathischen Akademie in Pescara Hinweise darauf gefunden, dass sich die Beschwerden von Migränepatienten auch per Osteopathie deutlich lindern lassen.

Für ihre Studie haben die Therapeuten 105 Patienten im Alter von 18 bis 50 Jahren in drei Gruppen eingeteilt. Ein Drittel erhielt die übliche Therapie, meist mit Triptanen, ein weiteres Drittel bekam zur bisherigen Therapie acht Sitzungen beim Osteopathen, der sie mit einem speziell für Migräne entwickelten Programm behandelte, ein Drittel wurde nur scheinbehandelt: Die Patienten bekamen eine Art Massage, aber keine spezifische manuelle Therapie.

Migräne ging mit Osteopathie signifikant zurück

Nach sechs Monaten schauten sich Cerritelli und Mitarbeiter die Veränderung bei den Beschwerden an, wobei sie den Headache Impact Test (HIT-6) verwendeten. Anhand von sechs Fragen werden Häufigkeit, Intensität und Auswirkungen der Kopfschmerzattacken abgefragt, Werte über 50 Punkte gelten als therapiebedürftig. Zu Beginn der Studie lag der Wert bei den Patienten im Schnitt bei über 60 Punkten. In der Kontrollgruppe ohne Zusatzbehandlung war der HIT-6-Wert nach einem halben Jahr etwas mehr als zwei Punkte angestiegen, in der Gruppe mit Scheinbehandlung war er konstant geblieben. Mit der osteopathischen Behandlung hatte er dagegen um mehr als sechs Punkte abgenommen.

Insgesamt betrug der Unterschied zwischen der Gruppe mit Osteopathie und ohne Zusatzbehandlung 8,7 Punkte, der Unterschied zur Gruppe mit Scheintherapie lag bei 6,6 Punkten. Beide Unterschiede waren signifikant.

Allerdings wäre es interessant zu wissen, ob die Wirkung auch langfristig anhält. Dies soll nun in einer Nachbeobachtungsphase geprüft werden.

Quelle: 23. Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS), Postersession, P647, 8. bis 11. Juni 2013, Barcelona

springermedizin.de/mut , Ärzte Woche 26/2013

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