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Abb. 1 a-c: Invasives Mammakarzinom mit reichlich vermehrter Her2-Rezeptoren (a) in der Immunhistochemie sowie vermehrter Genkopien für Her2, nachgewiesen mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung/FISH (b) und Silber in situ Hybridisierung/ SISH (c). Die
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Abb. 2 a und b: c-met – Ein zukünftiges neues Target für die Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms. Therapeutisches Ansprechen ist bei Tumoren mit Überexpression in der Immunhistochemie (a) und Genamplifikation in der In-situ-Hybridisierung (SISH) (b) zu erwarten.

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Abb. 2 a und b: c-met – Ein zukünftiges neues Target für die Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms. Therapeutisches Ansprechen ist bei Tumoren mit Überexpression in der Immunhistochemie (a) und Genamplifikation in der In-situ-Hybridisierung (SISH) (b) zu erwarten.

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Abb. 1 a-c: Invasives Mammakarzinom mit reichlich vermehrter Her2-Rezeptoren (a) in der Immunhistochemie sowie vermehrter Genkopien für Her2, nachgewiesen mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung/FISH (b) und Silber in situ Hybridisierung/ SISH (c). Die roten bzw. schwarzen Signale stellen die deutlich vermehrten Genkopien für Her2 dar. Bei der SISH-Technik kann die Auswertung der Gensignale mittels Lichtmikroskop durchgeführt werden.

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Abb. 1 a-c: Invasives Mammakarzinom mit reichlich vermehrter Her2-Rezeptoren (a) in der Immunhistochemie sowie vermehrter Genkopien für Her2, nachgewiesen mittels Fluoreszenz in situ Hybridisierung/FISH (b) und Silber in situ Hybridisierung/ SISH (c). Die roten bzw. schwarzen Signale stellen die deutlich vermehrten Genkopien für Her2 dar. Bei der SISH-Technik kann die Auswertung der Gensignale mittels Lichtmikroskop durchgeführt werden.

 
Onkologie 20. Mai 2013

Ohne Pathologie keine Therapie

Unverzichtbar im diagnostischen und therapeutischen Klinikalltag.

In der Krebsbehandlung ist die Aufschlüsselung des Genoms von Tumorzellen und der Nachweis bestimmter genetischer Veränderungen eine der wesentlichen Grundlagen für eine moderne Tumortherapie. Bei der diesjährigen Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie (ÖGP), die vom 18. bis 20. April 2013 in Wien stattfand, wurden schwerpunktmäßig der Brustkrebs sowie rezente Entwicklungen in der Untersuchung und Behandlung des Lungen- und Dickdarmkrebses diskutiert.

Durch moderne Untersuchungsmethoden am Gewebeschnitt führen die Pathologen zusätzlich jene moderne molekulare Klassifikation durch, die ganz wesentlich über das weitere therapeutische Vorgehen beim Mammakarzinom entscheidet. Je nachdem wie hoch der Gehalt an Östrogen- und Progesteronrezeptoren und Her2/neu im Tumor ist, wird eine endokrine Therapie, eine Chemotherapie oder eine Kombination aus beidem zur Bekämpfung des Karzinoms angewandt. Zunehmend von Bedeutung für die Entscheidung für eine Chemotherapie ist der Gehalt an Ki-67, das proliferierende und somit therapieempfindliche Zellen nachweist.

Gewebeuntersuchung der Brust Therapie entscheidend

Auch auf der St. Gallener Brustkrebskonferenz im März 2013 wurde die Bedeutung der Gewebebestimmung für die Therapie bestätigt. Tumoren mit hohem Östrogen- bzw. Progesteronrezeptorgehalt, geringem Gehalt an Her2/neu und Ki-67 (Luminal A) werden bevorzugt mit endokriner Therapie behandelt, ein erhöhtes Ki-67 (Luminal B) stellt eventuell eine Indikation für eine zusätzliche Chemotherapie dar. Tumoren mit erhöhtem Gehalt an Her2/neu werden einer anti-Her2/ neu-Therapie unterzogen, in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie. Tumoren ohne Rezeptoren (Triple negativ) teilen sich meist rasch, enthalten einen hohen Prozentsatz Ki-67-psoitiver Zellen und sprechen daher auf eine Chemotherapie gut an. Es hat sich gezeigt, dass Patientinnen mit Luminal-A-Tumoren auch im fortgeschrittenen Stadium schlecht auf eine Chemotherapie ansprechen und eher von einer ausschließlichen endokrinen Therapie profitieren. Patientinnen mit Luminal-A-Tumoren in sehr frühem Stadium brauchen möglicherweise überhaupt keine medikamentöse Therapie.

Die im Rahmen der molekularen Klassifikation durchgeführten immunhistochemischen Tests (sog. 4 IHC-Test) bringen auch finanzielle Vorteile. Denn die Methode spart gegenüber den bisher verfügbaren Gentests enorme Kosten. Außerdem können die Gewebsuntersuchungen vor Ort in den Pathologieinstituten durchgeführt werden, während die Gentests zentral in anderen Ländern, u. a. in den USA, bestimmt werden.

Aber nicht nur für die medikamentöse, auch für die operative Tumortherapie ist die Pathologie unumgänglich. Im Rahmen einer brusterhaltenden Therapie, die heute bei mehr als Dreiviertel aller Brustkrebspatientinnen durchgeführt werden kann, ist die Beurteilung der Schnittränder durch die Pathologen die Voraussetzung für eine Operation mit kurativem Ansatz. Die Untersuchung des Wächterlymphknotens unter dem Mikroskop erspart vielen Frauen die mit Nebenwirkungen behaftete chirurgische Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle. Die Beurteilung der Schnittränder sowie des Wächterlymphknotens erfolgt in der Regel während der Operation mittels Gefrierschnitt durch die Pathologen.

Neue Ansätze beim Lungenkrebs

Der Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebstodesursachen, insbesondere durch seine meist späte Diagnosestellung im fortgeschrittenen Stadium. Für den schlecht chemosensiblen nicht kleinzelligen Lungenkrebs gab es bis vor wenigen Jahren außerdem keine wirksame Behandlung. Daher wird in die Entwicklung neuer Medikamente, wie sie für den Brustkrebs schon seit längerer Zeit verwendet werden, große Hoffnung gesteckt. Diese neuen Therapieformen ähneln der anti-Her2-Therapie beim Mammakarzinom, indem sie über bestimmte Moleküle in wesentliche Funktionen der Zelle eingreifen und diese entscheidend beeinflussen. Damit unterscheiden sie sich ganz wesentlich von einer Chemotherapie, die potenziell jede sich teilende Zelle angreift und somit enorme Nebenwirkungen nach sich zieht.

Als wesentliche Grundvoraussetzung für die Therapie wird von den Pathologen der jeweilige Tumor auf das Vorhandensein bestimmter Veränderungen (meist Mutationen) in den angepeilten Zielstrukturen untersucht. Derzeit gibt es zwei wesentliche Ansatzpunkte: den EGF-Rezeptor und das ALK-Gen. Wenn der EGF-Rezeptor – wie in zirka zwölf Prozent aller Lungenkrebsformen – mutiert ist, kann er durch eine Therapie mit Erlotinib oder Gefitinib außer Funktion gesetzt werden. Für diese Patienten konnte die Überlebenszeit bei guter Lebensqualität etwa verdreifacht werden. Bei einer Veränderung des ALK-Gens, wie bei etwa fünf Prozent aller Lungenkrebsfälle, hilft der Wirkstoff Crizotinib.

Genprofil des Colonkarzinoms

Auch beim Dickdarmkrebs gibt das genetische Erscheinungsbild des Tumors Aufschluss darüber, welche Therapie zum optimalen Ergebnis führen wird. So sprechen z. B. bestimmte Formen des Dickdarmkrebses weniger gut auf eine bestimmte Chemotherapie an, Dickdarmkarzinome mit Mutationen im K-RAS-Gen sind wiederum nicht geeignet für eine Therapie, die den EGF-Rezeptor blockiert. Mittels molekularer Tests am Tumorgewebe kann der Dickdarmkrebs dahin gehend genau charakterisiert werden.

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