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Innere Medizin 29. April 2013

Vom Organ zum System

Mit dem Leitthema „Innere Medizin – vom Organ zum System“ wollte der 119. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin ein Zeichen setzen.

„Trotz aller notwendigen Spezialisierung in einer Zeit der beeindruckenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und medizintechnischen Fortschritte sollte der Internist ein Anwalt des ganzen erkrankten Menschen bleiben. Auch wenn bei einem Arzt-Patienten-Kontakt häufig ein akutes Symptom im Vordergrund steht, ist die ganzheitliche Sicht des Patienten mit seinen Begleiterkrankungen in jeder Situation wichtig“, betonte Prof. Dr. Elisabeth Märker-Hermann, Vorsitzende der DGIM 2012/2013, Kongresspräsidentin des 119. Internistenkongresses und Direktorin der Klinik Innere Medizin IV, HSK Dr. Horst Schmidt Klinik GmbH, Klinikum Wiesbaden. Nur die Einbeziehung des Patienten mit seiner Persönlichkeit, auch seiner Familie, Arbeits- und Umwelt, also individualisierte Medizin im echten ärztlichen Sinne und Handeln, wird das Ergebnis jeder Diagnostik und Therapie verbessern. Bei chronischen Erkrankungen ist der Patient selbst Experte für seine Krankheit, um Entscheidungen im langen Lauf der Jahre eigenverantwortlich treffen zu können, so Märker-Hermann.

Entzündliche Prozesse wie sie etwa bei Rheuma, Darmerkrankungen oder auch einer Sepsis ablaufen, erlauben diesen ganzheitlichen Blick auf besondere Weise. Denn die hoch komplexen Vorgänge in Zellen, Geweben und Organen ähneln sich bei verschiedenen Krankheiten stark. „Mehr denn je müssen wir uns also gegenseitig über neueste Erkenntnisse informieren, Wissen weitergeben, voneinander lernen und so Kompetenz mehren“, so die Kongresspräsidentin.

Eng verbunden sei dies mit einem vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnis, so Märker-Hermann. „Nur eine Atmosphäre der Aufmerksamkeit erlaubt es dem Patienten, seine Bedürfnisse zu äußern“. Und der seriös informierte Patient könne auch selbst etwas für sich tun und vorbeugen. Entsprechend widmeten sich die DGIM Betroffenen, Angehörigen und Interessierten im Rahmen eines Patiententags.

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