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Pädiatrie 2012 in Salzburg

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Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Tagungspräsident der 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

©SALK
 
Kinder- und Jugendheilkunde 26. September 2012

„Kleine Künstler * Kunstwerk Körper * Kinder Heilkunst“

Pädiatrie 2012:

Gespräch mit Primarius Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Tagungspräsident der 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, 27. bis 29. 9. 2012, Salzburg Congress

Wir sind neugierig, mehr über die diesjährige Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde zu erfahren. Es ist eine Jubiläumstagung, und Sie haben sicher Highlights anzukündigen. Wie sind Sie auf das Hauptthema „Kleine Künstler * Kunstwerk Körper * Kinder Heilkunst“ gekommen, und was möchten Sie damit ausdrücken?

Sperl: Hinter unserem Jubiläumsthema steckt eigentlich die Bewunderung des Kreativitätspotenzials der Kinder und Jugendlichen. Wir wollen bei dieser Tagung auf dieses Potential hinweisen und auch kleinere und größere Künstler auftreten lassen. Das Konzept Kunst ist natürlich auch ein Thema in der Medizin, insbesondere auch in der Kinder- und Jugendheilkunde. Unser medizinischer Auftrag kann sich nicht alleine auf Wissen und Handwerk beschränken, gute Medizin, auch Kinder- und Jugendmedizin, ist im höchsten Sinne auch Heilkunst.

Welche „Highlights“ erwarten die Teilnehmer?

Sperl: Wir haben sowohl im wissenschaftlichen Programm als auch im Rahmenprogramm besonders auch auf Aufgrund des Jubiläums für Highlights gesorgt: Auftritte der jungen Künstler, also Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt bei den Gesellschaftsabenden und auch bei der Eröffnung, Ehrungen von anerkannten Persönlichkeiten aus der Pädiatrie, ein ganz spezielles Überraschungspräsent anlässlich unseres 50. Jubiläums , sorgfältig ausgewählte Plenarvorträge mit anerkannten Referenten über wichtige Aspekte unseres Fachgebietes, eine Rekordindustrieausstellung ...

Diese Tagung ist eine Gemeinschaftstagung: die Gesellschaften für Kinderchirurgie und Prä- und Perinatalmedizin haben sich mit der ÖGKJ zu einer Tagung zusammengeschlossen. Wo liegen die Stärken einer solchen Gemeinschaftstagung, wo die Schwächen?

Sperl: Unsere Gesellschaften gehören zweifelsfrei eng zusammen, das zeigen auch die Inhalte des interdisziplinären Programmes. Gerade mit der Kinder- und Jugendchirurgie aber auch der Perinatalmedizin wird die Interdisziplinarität täglich an Kinderzentren gelebt. Der Nachteil ist, dass natürlich bei so einer Jubiläumstagung einer großen Gesellschaft und den vielen Verpflichtungen zur Unterbringung vieler Inhalte der Subspezialitäten die „kleineren Fachgesellschaften“ nicht entsprechend den Raum bekommen und die Gefahr droht, dass Interessantes und Wichtiges nicht für alle in den Mittelpunkt gestellt werden kann.

Wie geht es der Pädiatrie in Österreich im Jahr 2012?

Sperl: Die Kinder- und Jugendheilkunde ist ein großes und wichtiges Fachgebiet in der Humanmedizin und steht im Mittelpunkt des gesundheitspolitischen Interesses. Der Gesundheitsdialog für Kinder war eine wichtige Basis dafür, konkrete Ziele wurden multidisziplinär erarbeitet, deren Umsetzung auch von unsere Geseleschaft monitorisiert wird. Einiges ist in Bewegung, so die Kinder- und Jugendrehabilitation, es wird auch heftig im Bereich der Palliativmedizin für Kinder gearbeitet, das Arzneimittelnetzwerk ist gegründet, „Frühe Hilfen“ werden geplant. Nicht zu vergessen die EU-weite, konzertierte Aktion für Orphan Diseases, diese betrifft einen Großteil auch von Kindern, hier wurde eine zentrale Koordinationsstelle geschaffen und echte Verbesserungen stehen an.

Wird die Tagung auch über die Staatsgrenzen hinausblicken?

Sperl: Natürlich haben wir Kollegen aus den Nachbarländern eingeladen, gerade beim Blick über die Grenzen wollen wir andeutungsweise den Vergleich zu den Standards und Therapieformen in der Pädiatrie der Nachbarländern erfahren. Traditionsgemäß ist die schweizerische- deutsch- österreichische Fachgesellschaft ohnehin eng verbunden, wir hoffen aber auch auf Teilnehmer aus anderen EU Ländern.

Hat eine Jubiläumstagung auch eine politische Sendung?

Sperl: Selbstverständlich werden wir diese Chance ergreifen, im Rahmen einer Pressekonferenz aktuelle, brisante Themen anzusprechen. Einerseits wird unser ÖGKJ-Präsident Prof. Reinhold Kerbl aktuelle Themen anschneiden, wir werden die Themen Impfen, Palliativmedizin, Kinderrehabilitation speziell ansprechen und auf die notwendigen fehlenden Ressourcen verweisen.

Gibt es Krankheiten im Bereich der Pädiatrie, die uns in Zukunft vermehrt beschäftigen werden?

Sperl: Wir haben im gesamten Bereich der Pädiatrie Herausforderungen, es gibt steigende Zahlen bei kindlichen Diabetikern, beim Übergewicht, auch im Bereich der Allergien, andererseits vermehrte psychosoziale, psychosomatische und psychiatrische Probleme. Wir müssen uns diesen Herausforderungen stellen. Im Bereich der Neonatologie gilt es in Österreich gemeinsam das Thema Frühgeburtlichkeit und Mehrlingsgeburten in Zusammenarbeit mit den Geburtshelfern anzugehen u.v.a.m.

Auf welchen pädiatrischen Gebieten sehen Sie in Österreich Nachholbedarf?

Sperl: Mit Sicherheit benötigen wir endlich die Umsetzung eigener Kinderrehabilitationseinrichtungen, vieles ist in Planung, aber der letzte Durchbruch steht noch bevor. Wie bei den Erwachsenenmedizinern benötigt es auch eine geordnete palliativmedizinische Versorgung und insbesondere auch Ausbildung, wenige aber definierte Betten in Schwerpunktkrankenhäusern.

Im Bereich der pädiatrischen Intensivmedizin ist der Pflegeschlüssel noch nicht dem Erwachsenenbereich angepasst, grundsätzlich gehört die spezifische Krankenpflegenausbildung fürKinder und Jugendliche gesichert.

Welche technischen Unterstützungsmöglichkeiten stellen Sie den Teilnehmern der Tagung zur Verfügung?

Sperl: Es wird ein Themenheft der Monatschrift Kinderheilkunde zur Tagung geben, ferner einen MOKI Abstractband; ein Sonderheft bzgl. Notfallmedizin in Kinder- und Jugendheilkunde als Beilage ist in Planung. Wireless LAN ist im Bereich der Tagungsräumlichkeiten im Salzburg Congress möglich.

Was wünschen Sie den Teilnehmern der diesjährigen Tagung?

Sperl: Ich wünsche, dass alle viel an Wissen mitnehmen können, unser Jubiläum mitfeiern , die Kreativität von Kinder und Jugendlichen bewundern und daß wir gemeinsam zufrieden, aber auch ein wenig stolz auf unser Fachgebiet und neu motiviert für unsere tägliche Arbeit nach Hause gehen.

Das Gespräch führte Dr. Renate Höhl

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