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�RG 2012 10. September 2012

ÖRG 2012: Kopfschmerzen bei Kindern

Kopfschmerzen mit oder ohne organische Ursache



Kopfschmerzen treten im Kindesalter sehr häufig auf, sind aber je nach Reife- und Entwicklungszustand des Kindes sehr unterschiedlich in ihrer Schmerzcharakteristik. Ebenso sind die Symptome unspezifischer als bei Erwachsenen und können von Kindern deutlich schlechter benannt werden. Bei therapie-resistenten Schmerzen kann oft eine bildgebende Untersuchung die Abklärung erleichtern.

 

Kongress der Österreichischen Röntgengesellschaft von 13. bis 15.09.2012 in Graz

Grundsätzlich kann man bei Kopfschmerzen zwischen solchen mit einer körperlichen bzw. organischen Ursache und solchen ohne jene unterscheiden. Zu den häufigsten Kopfschmerzen ohne organische Ursache bei Kindern zählen die Migräne und der Spannungskopfschmerz.

Die Migräne ist oft daran zu erkennen, dass sie in Verbindung mit anderen Symptomen auftritt und der Schmerz meist auf den Stirnbereich lokalisiert ist. Oft geht dies einher mit einer Licht- und Lärmüberempfindlichkeit sowie teilweise auch mit neurologischen Symptomen wie z.B. kurzfristigen Sehstörungen. "Die Begleitsymptome einer Migräne sind bei kleinen Kindern meist schwer zu erfassen, wodurch wiederum eine Diagnose erschwert werden kann", so Dr. Maria Sinzig, Spezialistin für Kinderradiologie am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum Klagenfurt und Vortragende am Kongress. Der Spannungskopfschmerz ist an Intensität leichter als die Migräne und geht ohne weitere Begleiterscheinungen einher.

Kinder-Kopfschmerz mit organischer Ursache 


Organisch beeinflusste Kopfschmerzen treten meist gemeinsam mit Erkältungserkrankungen, Infekten und Nebenhöhlenentzündungen auf, sowie als Folge von Traumata wie Schädelprellungen oder Gehirnerschütterungen. In seltenen Fällen können Kopfschmerzen auch auf intrakranielle Blutungen oder intracranielle Tumore hinweisen.

Den Eltern betroffener Kinder wird empfohlen ein Beschwerdentagebuch zu führen, in welchem die auftretenden Beschwerden zusammen mit Angaben zum Ort und zum Zeitpunkt kontinuierlich vermerkt werden sollen. Dies kann dem Arzt Hinweise auf gewisse Zusammenhänge und Muster geben.


Klare Indikationen für Bildgebung

Der erste Weg mit Kindern, die unter häufigen Kopfschmerzen leiden, sollte immer über eine Standardanamnese bei einem praktischen Arzt oder Kinderfacharzt führen, um erste Aufschlüsse über Symptome und Ursache ziehen zu können. Es gibt aber auch klare Indikationen, die eine weiterführende bildgebende Untersuchung nötig machen. "Absolute Indikationen für eine Bildgebung bei primären Kopfschmerzen sind heftige, therapieresistente Kopfschmerzen mit neurologischer Begleitsymptomatik; nächtliche und/oder früh morgendliche Kopfschmerzen vor allem mit Erbrechen; bestehende, chronische Kopfschmerzen, wenn sich Schmerzcharakter und Intensität ändern und/oder neurologische Symptome auftreten", so Sinzig.

Die Methode der ersten Wahl sollte hierbei immer eine Abklärung mittels Magnetresonanztomographie (MRT) sein. Eine Untersuchung mittels Computertomographie (CT) bei Kindern mit Kopfschmerzen wird von Experten nicht befürwortet und sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn kein MR-Gerät verfügbar ist. Der große Vorteil einer MR-Untersuchung, im Vergleich zur CT-Variante, liegt einerseits darin, dass sich mittels verschiedener MR-Sequenzen inklusive der MR-Angiografie Pathologien wesentlich besser erkennen und zuordnen lassen. Andererseits handelt es sich bei der Magnetresonanztomographie um eine bildgebende Methode, welche ohne ionisierende Strahlung auskommt und die jungen Patienten somit deutlich weniger belastet.

Kopfschmerzen immer häufiger

Insbesondere bei jüngeren Kindern werden chronische Kopfschmerzen immer häufiger diagnostiziert, wobei hier die Diskussion über Ursachen und Behandlungsmethoden je nach Art des Schmerzes zunehmend individuell entschieden wird. "So kommen neben Schmerzmitteln auch psychologische Therapiemaßnahmen zum Einsatz, auch alternative Verfahren wie Akupunktur /- pressur sowie eine Änderung von Lebensgewohnheiten. Oft ist es für die Eltern nur wichtig, ihnen mittels einer MRT-Abklärung die Angst vor einem Tumor zu nehmen", so Dr. Sinzig abschließend.

Auch die MRT gelangt mitunter in den Diskussionsbereich hinsichtlich der biologischen Effekte elektromagnetischer Felder (EMF). Im Gegensatz zum geringen, aber weitgehend unbestrittenen Risiko von Röntgenuntersuchungen (insbesondere auch CT) sind Schädigungen durch EMF bei der diagnostischen MRT-Kurzzeitexposition auch bei Kindern praktisch auszuschließen. "Wichtig ist aber die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen, u.a. zur Vermeidung von Zwischenfällen durch vom starken Magnetfeld angezogene Metallteile. Österreich war hier mit der Entwicklung eines Regelwerkes für MR-Sicherheitsbeauftragte federführend", so OA Dr. Gerald Pärtan vom Institut für Röntgendiagnostik am Donauspital im SMZ Ost Wien.

ÖRG 2012 in Graz
Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Radiologie (ÖRG), welche über 900 Radiologen vertritt. Er findet von 13.-15. September im MUMUTH (Haus für Musik und Musiktheater) in Graz statt.

www.oerg.at

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