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ESC 2011 29. August 2011

Neue Hoffnung bei therapieresistentem Bluthochdruck

Österreichische Experten präsentieren auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris erste Erfahrungen mit einer neuen chirurgischen Methode, von der besonders schwer von Bluthochdruck betroffene Menschen profitieren könnten. Der minimalinvasive Eingriff brachte bei der Mehrzahl der Patienten eine deutliche Blutdrucksenkung von durchschnittlich 24,8 / 13,9 mmHg nach drei Monaten.

Ein kleiner chirurgischer Eingriff an den Nierennerven könnte in Zukunft Menschen helfen, deren erhöhter Blutdruck auf herkömmliche Methoden der Blutdrucksenkung nicht anspricht.  Dr. Thomas Lambert von der I. Internen Abteilung am AKH Linz ist Erstautor einer Studie zu einer neuen Methode in der Hochdruck-Therapie, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris präsentieren wird.

Eingriff an der Niere

 

Dabei macht man sich den Umstand zu Nutze, dass die Niere eine entscheidende Rolle im Rahmen der Blutdruckregulation spielt. Trennt man die Niere chirurgisch vom vegetativen Nervensystem ab, so kann sie den Blutdruck nicht mehr nach oben regulieren. Am AKH Linz wurde mittlerweile bei einigen Patienten ein derartiger Eingriff vorgenommen. Dabei wird ein Laser mittels Katheter über eine Beinarterie bis in die Nieren vorgeschoben und das Nervengewebe damit zerstört.

Laser-Behandlung


Die Linzer Experten berichten von 25 Patienten, die alle trotz optimaler medikamentöser Therapie vor der Laser-Behandlung einen systolischen Blutdruck von mindestens 160mmHg aufwiesen. Tatsächlich lag der mittlere beim Arzt gemessene Blutdruck vor dem Eingriff bei 177,8 / 97,3 mmHg obwohl die Patienten im Schnitt 4,6 verschiedene Blutdruckmedikamente einnahmen. Unmittelbar nach dem Eingriff und drei Monate später wurden Blutdruckmessungen durchgeführt.

Eine Blutdrucksenkung von weniger als 10mmHg wurde als Nicht-Ansprechen eingestuft. Nur fünf Patienten sprachen nicht auf die Behandlung an. Die Nierenfunktion wurde durch die Prozedur nicht beeinträchtigt.

Effects of percutaneous renal denervation in patients with resistant hypertension on ambulatory blood pressure and dipping; T. Lambert, W. Schützenberger, K. Kerschner, M. Grund, P. Schranz, and F. Leisch

PA der Österreichischen Kardiologengesellschaft (ÖKG) zum ESC 2011 , Ärzte Woche

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