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Diabetologie 11. Oktober 2011

Den Kreislauf unberührt lassen

Eine große Vergleichsstudie spricht für die kardiovaskuläre Sicherheit der DPP-4-Hemmer.

Einer ersten großen Metaanalyse zufolge sind DPP-4-Hemmer ohne schädliche Wirkung auf das Herzkreislaufsystem. Die Ergebnisse deuten an, dass die neuen oralen Antidiabetika sogar vor kardiovaskulären Komplikationen schützen könnten.

 

Seit der Rosiglitazon-Debatte wird bei Antidiabetika sehr genau auf die kardiovaskuläre Sicherheit geachtet. Neue Substanzen müssen ihre kardiovaskuläre Sicherheit im Langzeittest unter Beweis stellen.

Eine noch relativ junge Klasse oraler Antidiabetika sind DPP-4-Inhibitoren wie Sitagliptin, Vildagliptin und Saxagliptin, die ihre Wirksamkeit über das Inkretinsystem entfalten.

Die Vorteile dieser Substanzgruppe bestehen einerseits im sehr geringen Hypoglykämie-Risiko und andererseits in der Gewichtsneutralität sowie in der guten Verträglichkeit.

Daten von über 20.000 Patienten

Bei der Jahrestagung der Europäischen Diabetesgesellschaft wurde nun erstmals eine Metaanalyse zur kardiovaskulären Sicherheit der DPP-4-Inhibitoren vorgestellt.

Berücksichtigt wurden alle verfügbaren Studien mit mindestens 24-wöchiger Studiendauer.

Es fanden sich 53 derartige Studien, die mit Sitagliptin, Vildagliptin, Saxagliptin, Linagliptin, Alogliptin oder Dutogliptin durchgeführt worden waren.

Insgesamt 20.312 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 waren mit einem Gliptin behandelt worden, 13.569 Patienten mit Plazebo oder einer aktiven Vergleichssubstanz.

Im Studienzeitraum wurden 257 schwerwiegende kardiovaskuläre Komplikationen beobachtet, davon 137 unter DPP-4-Hemmern und 120 in den Kontrollgruppen.

Relative Risikosenkung um 30 Prozent?

Verglichen mit Placebo oder anderen Antidiabetika war das relative Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nach Berechnungen der Forscher unter DPP-4-Inhibitoren um 31 Prozent niedriger (p = 0,006). Auch bei ausschließlichem Vergleich mit Placebo wiesen die Gliptine ein um etwa 30 Prozent niedrigeres Risiko auf.

„Natürlich brauchen wir noch prospektive Langzeitstudien“, erklärte Studienautor Dr. Edoardo Mannucci aus Florenz. Nach seiner Ansicht lassen die nun vorliegenden Daten aber den Schluss zu, dass diese Substanzklasse zumindest kurz- bis mittelfristig absolut sicher für das Herz ist.

Nota bene: Für ältere Antidiabetika wie etwa die Sulfonylharnstoffe, mit denen die Gliptine als Kombinationspartner für Metformin konkurrieren, fehlen Informationen zur Herzkreislaufsicherheit.

Kein Signal für erhöhte Krebsraten

In einer separaten Analyse wurden auch die Krebsraten unter DPP-4-Inhibitoren-Therapie unter die Lupe genommen. Hierbei zeigte sich im Vergleich zu den Kontrollgruppen keinerlei Unterschied. „Wir haben kein Signal für irgendeinen schädlichen Einfluss gefunden“, resümierte Mannucci.

Springermedizin.de/IS

 

Quelle:

Lamanna C. et al.: Dipeptidyl peptidase-4 inhibitors and cardiovascular events: A protective effect? 47. Jahrestagung der EASD (European Association for the Study of Diabetes), Lissabon, September 2011, Abstract 244.

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