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Foto: Smolek Inge
 
Diabetologie 16. Oktober 2011

Schwaches Herz durch hohe HbA1c-Werte?

Eine schlechte Einstellung des Blutzuckers trägt bei Typ-2-Diabetikern möglicherweise zur Entwicklung einer Herzinsuffizienz bei.

Hohe HbA1c-Werte als Zeichen einer schlechten Stoffwechseleinstellung sind bei Typ-2-Diabetikern mit einem erhöhten Risiko für Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz assoziiert. Dafür sprechen Ergebnisse einer Analyse von landesweit erhobenen Daten aus dem nationalen schwedischen Diabetes-Register (NDR), die Dr. Marcus Lind aus Göteborg beim Europäischen Diabeteskongress (EASD) in Lissabon vorgestellt hat.

 

Ausgewertet wurden die Daten von 83.021 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die im Zeitraum zwischen 1998 und 2003 in diesem Register erfasst worden waren. Ihre Daten wurden verknüpft mit Daten aus einem anderen schwedischen Register, das Informationen zu Klinikentlassungen von Patienten speichert. Die Dauer der bis Dezember 2009 ausgeweiteten Nachbeobachtung betrug im Schnitt 7,2 Jahre.

In dieser Zeit kamen 13,2 Prozent aller Diabetiker mit der Diagnose Herzinsuffizienz zur stationären Behandlung in eine Klinik. Allerdings variierte das Risiko in Abhängigkeit von der Höhe des HbA1c-Wertes.

Nach Berücksichtigung von vielen anderen Einflussfaktoren hatten schlecht eingestellte Typ-2-Diabetiker mit HbA1c-Werten über zehn Prozent ein mehr als doppelt so hohes Risiko für entsprechende Hospitalisierungen als Patienten mit optimalen HbA1c-Werten im Bereich unter sechs Prozent.

Niedriger HbA1c-Wert – starkes Herz?

Mit jeder HbA1c-Erhöhung um einen Prozentpunkt erhöhte sich auch das Risiko für Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz relativ um zwölf Prozent. Allerdings war die Risikoerhöhung bei Patienten mit HbA1c-Werten in den Bereichen zwischen sechs und sieben Prozent sowie zwischen sieben und acht Prozent nicht statistisch signifikant.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass sich durch eine intensive blutzuckersenkende Therapie bei Typ-2-Diabetikern möglicherweise Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz verhindern lassen. Beweisen kann die Beobachtungsstudie der schwedischen Forscher diesen potenziellen Nutzen einer strikteren Blutzuckereinstellung aber nicht. Den Beleg aus prospektiven kontrollierten Studien, dass eine konsequente antidiabetische Therapie Herzinsuffizienz verhindert, gibt es bislang nicht.

 

Quelle:

Dr. Marcus Lind: Glycaemic control and heart failure in 83.021 patients with typ-2-diabetes, EASD-Kongress 2011 Lissabon, Abstract 0050-OP

Springermedizin.de/IS, Ärzte Woche 41 /2011

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