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ÖGP 2010 2. November 2010

COPD versus Asthma

Alte Unterscheidungsmerkmale gelten immer weniger.

Ehemals wurde in der Diagnosestellung zwischen COPD und Asthma eine relativ strikte Trennlinie gezogen. Doch die weicht sich zunehmend auf – vor allem, was die Reversibilität bzw. Nichtreversibilität der Symptome als Merkmale angeht.

„Es gibt eine Reihe von Studien mit gut definierten Patientengruppen, die an COPD litten, welche hinsichtlich der Reversibilität eine scharfe Trennlinie zum Asthma letztlich nicht mehr so richtig zeigten“, sagte Prof. Dr. Claus Vogelmeier von der Universitätsklinik Marburg auf dem Jahreskongress der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie 2010 in Graz. Ehemals wurde das chronische Asthma als eine klassische Atemwegserkrankung mit großen Schwankungen bei der auftretenden Verengung der Bronchien angesehen. Dem gegenüber wurde postuliert, dass dies bei der COPD nicht oder deutlich weniger der Fall wäre. Vogelmeier: „Beim sogenannten Lyse-Test mit der Inhalation von einem oder mehreren Substanzen, welche die Bronchien erweitern sollen, wurde eine Zunahme des FEV1-Wertes um mindestens 200 ml und eine Verbesserung gegenüber dem Ausgangswert von zwölf oder mehr Prozent als Kriterium für Asthma gesehen.“ Blieben Patienten darunter, wurde eher von einer stabilen Obstruktion ausgegangen.

Nun zeigte sich aber, dass diese zahlenmäßige Trennlinie offenbar nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. „In Studien zeigte sich, dass bis zu 50 Prozent der Betroffenen ebenfalls eine Reversibilität der Obstruktion aufwiesen“, so Vogelmeier. An den reinen Zahlen sei also eine Unterscheidung bei der Diagnosestellung, die natürlich auch Konsequenzen für eine allfällige Therapie hat, nicht mehr festzumachen.

Vogelmeier: „Es ist eine ärztliche Leistung, hier den gesamten Menschen in die Abschätzung einfließen zu lassen.“ Die COPD tritt oft um das 60. Lebensjahr und vorzüglich bei Rauchern auf. Wenn da jemand keine Atopie bzw. keine Allergie aufweist, kann das in Richtung COPD deuten, auch wenn im Lyse-Test vielleicht eine größere Schwankungsbreite der Bronchienverengung dokumentiert wird.

In den vergangenen Jahren haben sich übrigens auch die Behandlungskonzepte für die beiden Erkrankungen – zumindest zum Teil – deutlich angenähert, auch was die jeweils verwendeten Medikamente betrifft.

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