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Dermatologie 7. Februar 2011

Schulungsprogramme für Betroffene und Angehörige

Die ÖGDV initiiert Patientenschulungen bei atopischer Dermatitis

Erkrankungen wie das atopische Ekzem sind für die Betroffenen und deren Angehörige äußerst belastend. Die ÖGDV stellt die verstärkte Zusammenarbeit von Ärzten, Patienten und deren Angehörigen in den Vordergrund, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu ermöglichen. Einen Beitrag dazu leisten Schulungsprogramme.

Dem Bedürfnis der Eltern von Kindern mit atopischer Dermatits nach umfassender Information über diagnostische und therapeutische Konzepte kann in der Sprechstunde häufig nicht ausreichend entsprochen werden. Patientenschulungen sind in diesem Zusammenhang für Betroffene, deren Eltern und Betreuungspersonen eine große Hilfe im Umgang mit der Erkrankung.

Die ÖGDV hat sich daher heuer zum Ziel gesetzt, ein entsprechendes Fortbildungsangebot voranzutreiben und auszubauen. Dazu wird derzeit von Dermatologen in einem Curriculum, das von der deutschen Neurodermitisakademie (AGNES) im Auftrag des deutschen Gesundheitsministeriums entwickelt worden ist, eine strukturierte Schulung von Eltern, Kindern und Jugendlichen erarbeitet.

Das von den Ärzten erworbene Wissen und die so erworbenen Fertigkeiten werden anschließen in zwei Folgeterminen an Eltern von Kindern mit Neurodermitis weitergegeben und mit diesen aktiv bearbeitet. In den Elternterminen kann auch auf individuelle Probleme eingegangen werden.

„Psychosomatische Zusammenhänge spielen beim atopischen Ekzem eine große Rolle“, erklärt Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, bis November 2010 Präsidentin der ÖGDV und nun Vizepräsidentin. Diesen Aspekt berücksichtigt das neue Curriculum und bezieht Psychologen sowohl in die Erarbeitung des Curriculums als auch in die Elternschulung intensiv mit ein.

Weiters spielt auch die Ernährung eine große Rolle, da bei etwa einem Drittel aller Kinder mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis ein Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten und der Erkrankung festzustellen ist. Deshalb werden bei den Schulungen auch Ernährungsexperten einbezogen.

Auch bei Psoriasis sinnvoll

„Patientenschulungen würden auch bei Psoriasis zu einer verbesserten Krankheitsbewältigung beitragen und den Patienten viel von ihrer Verunsicherung nehmen“, so Volc-Platzer. So ist es beispielsweise wichtig, Patienten das Prinzip der Rotationstherapie nahezubringen. „Es ist seit Langem bekannt, dass das Ansprechen der Psoriasis nach einer gewissen Therapiedauer nachlassen kann. Dann ist ein Wechsel auf eine andere Therapieform angezeigt. Der Wechsel bedeutet jedoch nicht, dass die vorangegangene Therapie schlecht oder ungeeignet war, sondern dass eine gewisse Gewöhnung an bestimmte Präparate eintritt. Nach einem Wechsel auf eine andere Therapie kann auch wieder die vorangegangene in Anspruch genommen werden, da nach einer Zeit der ‚Karenz’ das volle Ansprechen wieder hergestellt ist. Dies ist dem Patienten aber vor Beginn der Therapie zu erklären, um einer Verunsicherung des Patienten rechtzeitig vorzubeugen“, warnt Volc-Platzer.

Auch für Psoriasis-Patienten sollen in Zukunft daher Schulungen entwickelt werden. Ein weiteres, wichtiges Anliegen in diesem Zusammenhang ist die Etablierung eines österreichweiten Psoriasisregisters (PSO-Registers).

Termine und Anmeldung

Schulungswochenenden für Eltern von Kindern mit atopischer Dermatitis finden am 20. August und am 10. November 2011 in Linz statt.

Für Ärztinnen und Ärzte wird vom 17. bis 19. Juni 2011 ein Theorie-Wochenende angeboten.

Anmeldung bzw. Vormerkung:
Sekretariat der ÖGDV
c/o Wiener Medizinische Akademie
Alser Straße 1
1090 Wien
Tel: 01/ 4051383-20 bzw. -21

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