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Dermatologie 23. November 2010

Psoriasis: Jugendliche unterstützen

Forderung nach Patientenschulungen und einem Psoriasisregister.

Psoriasis ist nicht nur eine Hauterkrankung, sondern auch eine entzündliche Systemerkrankung. Zu den Begleiterscheinungen gehören kardiovaskuläre Erkrankungen mit erhöhter Sterblichkeit, das metabolische Syndrom, Depressionen und Alkoholismus. Vor allem bei jüngeren Betroffenen spielt die psychische Komponente eine große Rolle.

 

Gesunde, glatte Haut wird als schön empfunden, unreine, und von Krankheit gezeichnete Hautpartien haben für das Gegenüber eine abschreckende Wirkung. Hinzu kommt der verbreitete Irrglaube, Psoriasis sei ansteckend. Diese Stigmatisierung ist für die Patienten eine enorme psychische Belastung, die weit reichende Auswirkungen auf das Sozialleben haben kann.

Gut informierte und aufgeklärte Patienten lernen leichter, mit ihrer Psoriasis umzugehen. Patientenschulungen tragen zu einer verbesserten Krankheitsbewältigung bei und übermitteln Maßnahmen zur Selbsthilfe. Der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) ist es daher ein Anliegen, diese Patientenschulungen zu forcieren und verstärkt anzubieten.

Darüber hinaus wäre die Etablierung eines österreichweiten „PSO“-Registers sinnvoll. Ein entsprechendes Modell gibt es in Deutschland. Im Rahmen eines Patientenregisters werden Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf und die Begleiterkrankungen von Psoriasis erhoben. Ziel ist der Gewinn von Langzeitdaten über Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der Therapien. Langzeitbeobachtungen in dieser Form leisten einen entscheidenden Beitrag zur Patientensicherheit.

Bedürfnisse wichtig nehmen

Einer Umfrage zufolge leiden besonders junge Patienten unter ihrer Erkrankung, und zwar in Hinsicht auf ihr Privat-, Sozial- und Berufsleben. Schwere Fälle der Schuppenflechte stigmatisieren die Betroffenen erheblich. Die als physischer Makel empfundene Schuppenflechte beeinträchtigt das Selbstwertgefühl. Die Betroffenen vermeiden aus Angst vor Ablehnung häufig soziale Kontakte. Hinzu kommt, dass diese Patientengruppe die Therapie oft nicht konsequent durchführt. Daher ist es besonders wichtig, die jungen Patienten gut über die Behandlung zu informieren und auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen.

In weiterer Folge benötigen jugendliche Betroffene Unterstützung auf breiter Basis. Neben der Therapiebegleitung durch ihren behandelnden Dermatologen sollte besonders bei chronischen Verlaufsformen eine regelmäßige psychologische Betreuung in Betracht gezogen werden. Durch die Wechselbeziehung zwischen Haut und Psyche kann sich eine emotionale Entlastung positiv auf das Hautbild auswirken. Darüber hinaus ist die Einbindung der unmittelbaren Umgebung der Betroffenen, also der Familien und Partner notwendig, um falsche Annahmen über Psoriasis auszuräumen.

Psoriasis ist bis heute nicht heilbar. Für die Patienten geht es in erster Linie darum, den Hautzustand zu verbessern. Durch ein großes Angebot an unterschiedlichen Lokal- und systemischen Therapien kann die Schuppenflechte gut gelindert und auch langfristige Erscheinungsfreiheit erzielt werden. Bei der Wahl der Therapie müssen verschiedene Faktoren wie der bisherige Krankheitsverlauf, der Schweregrad der Erkrankung, das Alter und die betroffenen Stellen berücksichtigt werden. Die Behandlungsergebnisse können deshalb individuell auch sehr unterschiedlich ausfallen. ÖGDV/PH

Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer ist Leiterin der Dermatologischen Abteilung, Sozialmedizinisches Zentrum Ost - Donauspital, und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und

Venerologie (ÖGDV)

Von Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Ärzte Woche 47 /2010

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