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Anästhesie 27. September 2007

Gefährliche Anästhesie?

Eine australische Studie stellt die Verwendung von hochdosiertem Stickstoffmonoxid zu Anästhesiezwecken bei großen chirurgischen Eingriffen in Frage. Möglicherweise verschlechtert das Anästhetikum klinische Ergebnisse. Die kontrollierte, randomisierte Untersuchung (Anesthesiology 2007; 107:221-231) kam zu dem Ergebnis, dass Patienten, bei welchen Stickstoffmonoxid zum Einsatz gekommen war, ein höheres Risiko schwerer postoperativer Komplikationen aufwiesen als solche, bei denen auf Stickstoffmonoxid verzichtet worden war.
2.050 Patienten mit großen operativen Eingriffen nahmen an der Studie teil. Nach dem Zufallsprinzip erhielten sie entweder Narkosegas mit Stickstoffmonoxid (70% N2O, 30% O2), oder mit Stickstoff (80% O2, 20% N2). Die Ergebnisse nach 30 Tagen zeigten Vorteile für die Gruppe ohne Stickstoffmonoxid. Verglichen mit der Stickstoffmonoxidgruppe, litt die Stickstoff/Sauerstoff-Gruppe seltener (Faktor 0,71) an schweren Komplikationen. Schwere Übelkeit und Erbrechen, Wundinfektionen, Fieber, Pneumonie und Atelektasen traten signifikant seltener auf. Alter, Geschlecht, Allgemeinzustand und Art des operativen Eingriffes hatten keinen Einfluss auf diese Ergebnisse: Unter den verschiedensten klinischen Bedingungen zeigte sich die Risikodifferenz. Auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes hatte die Art der Anästhesie keinen Einfluss: Beide Gruppen blieben gleich lang hospitalisiert.
Den Autoren ist noch unklar, ob das unterschiedliche Risikoprofil durch die toxische Wirkung des Stickstoffes oder durch das Überangebot an Sauerstoff verursacht wurde oder durch beide Faktoren gleichzeitig.

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