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Anästhesie 26. September 2007

Ultraschallgezielt

Verbesserte Technik und handliche Geräte machen es möglich: Anästhesisten setzen Ultraschallgeräte ein, um ihre Medikamente gezielt an die Nerven zu spritzen.

Die neueste Generation von Ultraschallgeräten macht Gelenkflächen, Muskeln und selbst feinste Nervenfasern sichtbar. „Wir können jetzt in Echtzeit verfolgen, wie sich die Lokalanästhetika, die ins Gewebe gespritzt werden, um die Zielstrukturen verteilen“, sagte Prof. Dr. Norbert Roewer, Leiter der Anästhesiologie an der Universitätsklinik Würzburg, beim diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.
Die Ultraschallgeräte sind mittlerweile so klein, dass sie der Arzt am Krankenbett einsetzen kann. Der Nutzen ist laut Professor Roewer vielfältig. Auch Katheter, die für die Überwachung und Infusion lebenswichtiger Medikamente nötig sind, lassen sich dadurch einfacher legen. Denn Venen und Arterien bilden beim Ultraschall einen guten Kontrast zum umgebenden Gewebe. „Gerade wenn bei der Punktion Schwierigkeiten zu erwarten sind, wie bei Säuglingen oder krankheitsbedingt notwendiger spezieller Lagerung der Patienten, ist die Ultraschall-gesteuerte Kanülierung konventionellen Verfahren überlegen“, so Roewer. „Gezielte Injektionen bedeuten weniger Betäubungsmittel und damit weniger Nebenwirkungen“, sagte Dr. Urs Eichenberger, Leiter des Bereichs Schmerztherapie an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Inselspitals Bern in der Schweiz. Hilfreich ist das Ultraschallverfahren auch bei der Stellatumblockade mittels einer gezielten lokalen Leitungs­anästhesie.
„Um den Fortschritt nutzen zu können, bedarf es einer systematischen Ausbildung im Umgang mit dem Ultraschall. Kenntnisse in der Technik und dem Anwendungsspektrum sind ebenso wichtig wie das Wissen um die Grenzen und Fehlermöglichkeiten der Methode“, forderte Roewer.

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