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Foto: Krankenanstalt Rudolfstiftung
Dr. Edeltraud Schiller und Dr. Herbert Pötz vor dem speziell für die Xenon-Anästhesie eingesetzten Beatmungsgerät.
 
Anästhesie 6. Oktober 2010

Anästhesie mit Xenon im Routinebetrieb

Das Edelgas unterstützt die Pumpkraft des Herzens. Nun wird es in der Wiener Rudolfstiftung österreichweit erstmals regelmäßig eingesetzt.

Bereits fünf Xenon-Anästhesien wurden an der Krankenanstalt Rudolfstiftung durchgeführt. Seit September wird dieses Narkoseverfahren an der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin eingesetzt.

Xenon ist ein Edelgas, das zur inhalativen Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie zugelassen ist. Es wird rasch aus dem Atemgas in das Blut abgegeben, in der Folge im Hirngewebe aufgenommen und ebenso rasch wieder über die Lunge eliminiert. Anders als die meisten anderen Anästhetika reduziert es die Pumpkraft des Herzens nicht, sondern scheint sogar eine kardiale Schutzwirkung zu entfalten. Ebenso wird eine gewisse neurologische Schutzwirkung durch Xenon diskutiert, wie eine Abnahme von postoperativen Verwirrungszuständen und Konzentrationsstörungen.

„Hinkünftig soll die Xenon-Anästhesie vor allem bei Patientinnen und Patienten mit leichten kardialen und neurologischen Begleiterkrankungen, die sich länger dauernden operativen Eingriffen unterziehen müssen, Verwendung finden“, erklärt Dr. Herbert Pötz, der die erste Xenon-Anästhesie durchführte. „Um den Verbrauch des relativ teuren Edelgases auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, kommt ein spezielles Beatmungsgerät zum Einsatz, das nach dem geschlossenen System arbeitet“, so Dr. Edeltraud Schiller, die bei der Anästhesie assistierte.

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