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ADA 2010 6. Juli 2010

Risiko-Nutzen-Abwägung gefordert

Intensive Blutzuckersenkung bringt Vorteile bezüglich mikrovaskulärer Folge-Erkrankungen des Diabetes mellitus.

Die schlechte Nachricht: Weder eine intensivere Blutzucker- oder Blutdrucksenkung noch die Behandlung mit einem Fibrat oder Statin vermindert das kardiovaskuläre Risiko von Patienten mit-Typ-2-Diabetes. Die gute Nachricht: Mikrovaskuläre Veränderungen werden dadurch sehr wohl positiv beeinflusst, wie etwa die diabetische Retinopathie, die Sehschärfe, und die Funktion von Nieren und Nerven. Dies sind die 5-Jahres-Ergebnisse der ACCORD-Studie (Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes), die bei den 70th Scientific Sessions der American Diabetes Association vorgestellt wurden.

Studiendesign

Die Studie untersuchte Patienten, die sich 3,5 Jahre lang einer intensiven, blutzuckersenkenden Behandlung unterzogen (erhöhte Medikation, Senkung der HbA1C-Werte unter 6 %), und danach, 1,5 Jahre lang, eine normale Therapie erhielten (Senkung der HbA1C Werte auf 7,0-7,9 %). Verglichen wurden sie mit Patienten, die während der gesamten Zeit die Standardtherapie erhielten. Bei den intensiv behandelten Patienten kam es zu keiner verminderten Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen. Auch wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich Nierenversagen oder fortgeschrittener peripherer Neuropathie beobachtet.

Weniger häufig Katarakte

Hingegen zeigten sich in der Intensivgruppe mikrovaskuläre Verbesserungen in einer verminderten Inzidenz von Albuminurie und Katarakten, außerdem wurden eine verbesserte Sehschärfe und bessere Scores der neuronalen Funktion beobachtet. „Patienten, die eine Makroalbuminurie entwickeln, sind anfällig für Nierenversagen und kardiovaskuläre Ereignisse. Eine verminderte Proteinurie ist daher ein sehr gutes Zeichen“, kommentierte der Hauptautor dieses Teils der Studie, Prof. Dr. Faramarz Ismail-Beigi vom Department Physiology and Biophysics an der Case School of Medicine in Cleveland, Ohio.

Die Forscher der ACCORD-Gruppe betonten, dass sowohl die positiven als auch die negativen Ergebnisse dieser Studie nur für Patienten mittleren und höheren Alters gelte, die durchschnittlich seit zehn Jahren an Typ-2-Diabetes litten und außerdem eine kardiovaskuläre Anamnese oder zumindest zwei Risikofaktoren für eine kardiovaskuläre Erkrankung aufwiesen.

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