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Foto: Privat
Von Dr. Ronny Teutscher Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.peter-teutscher.at
 
Kolumne Nebenwirkungen 21. Jänner 2009

NebenWirkungen – Rauchverbot für Spitalsärzte / Teil 2

No Country for old Marlboro-Man.

Wie bereits im ersten Teil erwähnt, fühlen sich die Nikotin-affinen Personen hier-zulande immer mehr ins Rauchereck gedrängt. Uns Ärzten obliegt es nun, für diese Menschen attraktive Alternativen zu finden, wie etwa den klassischen Einlauf zwischendurch.

Rauchen ist doch nicht so gesund, wie in den vergangenen Jahrzehnten angenommen. Und so werden dieser Lasterhaftigkeit nun auch gesetzlich einige Riegel vorgeschoben. Kaum ein Ort, an dem die Süchtigen ihrer Sucht noch nachgehen dürfen. Nicht einmal in den Lungenheilanstalten ist das Qualmen mehr erlaubt.

Was hat man den armen Rauchern als Ersatzbefriedigung anzubieten? Von Süßigkeiten raten die Ärzte ab, von harten Drogen die Exekutive und von Sport die Ex-Raucher selber. Es gibt kaum Alternativen.

Und so blickte ich mich als engagierter Mediziner in der Welt nach Lösungen um. Fündig wurde ich im Gesundheitsbereich: Geht man nach der „Das-Leben-ist-ein-Wellness–Tempel“-Gesellschaft, so erfreut sich eine Form der Unterhaltung immer größer werdender Beliebtheit. Und vielleicht wird das Rauchen durch diese alternative Vergnügung, die gesund ist, entspannt, auch sieben Minuten dauern kann und das soziale Miteinander fördert, ersetzt: den klassischen Einlauf.

Das Packerl Klistier wird sich bald ebenso großer Beliebtheit erfreuen wie die verpönten Zigaretten. Die Palette reicht von der klassischen starken Oberschwester-Variante mit der guten alten Kernseife bis hin zur „light“-Form der Colon-Hydro-Therapie. Hat sich die Gesellschaft einmal daran gewöhnt, so lässt sich der Einlauf auch während der Arbeitszeit durchführen. Und auch wenn der „Einlauf danach“ vielleicht nicht ganz so der erotische Bringer ist; gesünder ist er allemal.

In den ersten Jahren ist allerdings zu befürchten, dass jene Menschen, die heute bereits die Raucher in die Besenkammer verweisen, auch hier keine sonderlich liberale Haltung einnehmen werden und sich gestört fühlen. Zugegebenermaßen ist es nicht jedermanns Sache, in Gegenwart eines verrichteten Einlaufes der Nahrungsaufnahme zu frönen; die Gesundheitsgefährdung der anderen Gäste dürfte sich jedoch in Grenzen halten.

Doch die Geschichte wird sich wiederholen. Sozial wieder ins Abseits gedrängt, werden die Gastwirte – diesmal sogar freiwillig – mittels baulicher Maßnahmen den Einlauf-Bereich vom Nicht-Einlauf-Bereich zu trennen wissen. Es werden sich Einlauf-Clubs etablieren, in denen die Klistier-Süchtigen in entspannter Atmosphäre unter sich sein können. Und was auf den Schülerklos passiert, möchte ich gar nicht andenken.

Oder man lässt diesen meinen Vorschlag zur Güte Realität werden. Dann wird sich in 20 Jahren niemand mehr daran stoßen, wenn es heißt: „Gemma auf an Einlauf?“

 Lesen Sie auch: NebenWirkungen – Rauchverbot für Spitalsärzte / Teil 1

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Von Dr. Ronny Teutscher Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.peter-teutscher.at

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