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Foto: Privat
Von Dr. Ronny Teutscher Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.peter-teutscher.at
 
Kolumne Nebenwirkungen 15. Jänner 2009

NebenWirkungen – Rauchverbot für Spitalsärzte / Teil 1

No Country for old Marlboro-Man. Einige Vorsätze für das neue Jahr könnten heuer tatsächlich eingehalten werden – mit erheblicher Hilfe von außen und nicht immer ganz freiwillig: Wer etwa mit dem Rauchen aufhören will, findet Unterstützung in restriktiven Gesetzen und im Imagewandel. 

Der Marlboro-Mann gilt längst nicht mehr als Inbegriff der Coolness. Heute hat ihm der breit grinsende Fitness-Coach mit zwei Nordic-Walking-Stöcken in den Händen und einem Stock im Hintern den Rang abgelaufen. Die Menschen möchten die frische Luft genießen und den Geruch der Feinstaubpartikel in der Großstadt ohne störendes Nikotin wahrnehmen. Auch in Lokalen, in denen früher der blaue Dunst den Ton angab, lichtet sich der Nebel. Die Gäste müssen sich erst daran gewöhnen, einander beim Gegenübersitzen auch zu sehen.

Tatsächlich fristen die Raucher heute ein trauriges Dasein und für den herbeigesehnten Lungenzug müssen im Winter vor dem Beisl Erfrierungen dritten Grades in Kauf genommen werden. Nun darf nicht mal mehr in Lokalen geraucht werden, die traditionell viele Raucher beschäftigen: den Spitälern.

Denken wir wehmütig zurück an die guten alten Zeiten, als der Primar auf der Lungenabteilung bei der Visite nachdenklich an seiner Pfeife zog, der Anästhesist seine Lässigkeit im Umgang mit dem Sauerstoffgerät durch die Zigarette im Mundwinkel demonstrierte und die jungen Turnusärzte nicht nur die Infusionsflascherl, sondern auch die Joints kreisen ließen. Eine Facharztstelle war nicht zu bekommen, ohne sich gemeinsam mit dem Abteilungsvorstand eine fette Havanna oder eine Shisha rein zu ziehen. Wo sind diese Zeiten geblieben, als man gemütlich im Ärztedienstzimmer (vormals Raucherkammerl) einen Hauch von Cafe Hawelka erleben konnte?

Im Raucherparadies Österreich besteht zugegebener Maßen Handlungsbedarf. Nur, die Gemütlichkeit auf den Stationen wird wohl auf der Strecke bleiben. Heute stehen in den ehrwürdigen Krankenanstalten medizinisches Personal und Patienten vor den Eingängen der Pavillons, um ein wenig frische Luft aus der Packung zu inhalieren. Und bald schon wird jeder Raucher verpflichtet sein, neben seinem Raucherbein, auch ein Bein zu besitzen, das einen Nichtraucherbereich darstellt, örtlich getrennt vom Raucherbein.

Die Jammerei der Nikotinjunkies ist heute lauter denn je. Als Arzt überlege ich daher natürlich, welche alternative Möglichkeiten es für die Raucher geben kann. Dabei ist mir eine im Trend liegende Annehmlichkeit ins Auge gestochen, die gesund ist, entspannt, auch sieben Minuten dauert und das soziale Miteinander fördert: Der klassischen Einlauf.

Lesen Sie auch NebenWirkungen –  Rauchverbot für Spitalsärzte / Teil 2

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Von Dr. Ronny Teutscher Allgemeinmediziner und Begründer des Medizinkabaretts www.peter-teutscher.at

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