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Kolumne Nebenwirkungen 15. Juni 2010

Ärzte sind sexy, Piloten noch mehr

Gefundenes Fressen für den Kolumnisten: Ein Internetportal, das sich auf Seitensprünge spezialisiert hat, befragte über 3.000 Personen zum Sex-Appeal verschiedener Berufsgruppen.

Aufgrund jahrelanger Berufserfahrung wollen die Betreiber der Website herausgefunden haben, dass bei Vorliegen eines „erotischen“ Berufs die Chance auf ein erfolgversprechendes Anbandeln um rund 20 Prozent steigt.

Den Frauen haben es dabei die Uniformträger angetan: Ganz vorne rangieren Piloten (42 %), Ärzte (39 %), Anwälte (38 %) und Polizisten (36 %). Das überrascht nur zum Teil. Denn strippende Polizisten werden nun mal auch ganz gerne für polternde Damenrunden vor der Verehelichung engagiert. Aber strippende Anwälte? Wer möchte das sehen?

Doch die Geschmäcker sind verschieden und eine Uniform alleine macht noch keinen erotischen Sommer. Denn an vorletzter Stelle rangieren Fahrkartenkontrolleure. Schlusslicht bilden übrigens Hausmänner (1,5 %) – und die haben sich vermutlich selber gewählt.

Wir Ärzte sind mit 39 Prozent deutlich über der Berufsgruppe der Fitnesstrainer (weit unter 30 %!). Das befriedigt – im rein erotischen Sinn. Und es gilt zu überlegen, beim nächsten Besuch im Work-out-Tempel mit weißem Mantel zwischen den Fitnessgeräten zu schlendern und damit die muskelgestählten Body-Builder in die erotischen Schranken zu weisen.

Irritierend ist allerdings die Tatsache, dass wir in diesem Ranking nur Zweite sind. Dass es mit dem Piloten ein Wesen über uns gibt (und dies ist nicht nur im geografischen Sinn gemeint). So sollten wir überlegen, wie wir die Erotik des Flugzeuglenkers übernehmen könnten. Vielleicht ist es diese nasal-nuschelnde Durchsage, die den erotischen Kick gibt. Doch auch wir könnten unsere Arbeit entsprechend kommentieren, wenn wir einen Schiefer aus dem Patientenfuß entfernen: „Lieber Patient, hier spricht Ihr behandelnder Arzt. Wir befinden uns mit unserer Spitzpinzette 748 bereits im Sinkflug auf den Großzehenballen. Pilzbedingt ist mit einigen Turbulenzen zu rechnen. Bitte bleiben Sie liegen, bis die Pinzette die endgültige Position erreicht hat. Im Namen der Crew möchte ich mich bei Ihnen bedanken, dass Sie Ihren Schiefer mit Dr. Teutscher gezogen haben. God bless you.“ Die Patientinnen werden nicht mehr zu halten sein.

Übrigens reagieren auch Männer auf Arbeitskleidung: Die Berufsgruppen Krankenschwester (49 %), Stewardess (40 %), Ärztin (35 %) und natürlich auch Sekretärin sind die testosterongeschwängerten Vorlieben. Wenig Sex-Appeal haben übrigens Taxifahrerinnen (3 %). Hier kommt jedoch wieder das gekränkte Ego der Männer ins Spiel, die nicht selber fahren dürfen. So lässt sich – und das wissen wir Mediziner nur allzu gut – aus jeder Studie genau das rauslesen, was man so hören möchte.

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