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Kolumne Nebenwirkungen 16. März 2010

Offener Brief an den Finanzminister

Lieber Herr BM DI Pepi

Sehr geehrter Herr Finanzminister, werter Herr Diplomingenieur, lieber Pepi.

Da wir beide einen Bezug zu Niederösterreich haben, drei Kinder unser Eigen nennen und die wilden Sechziger nur als Säuglinge erlebten, darf ich die Förmlichkeiten weglassen. Und obwohl ich um ein halbes Jahr jünger bin, würde ich das Du-Wort in den Raum stellen, immerhin habe ich es zum richtigen Doktor und nicht nur zum Minister gebracht. Zudem bin ich für eine Senkung der „Du-Wort“-Bemessungsgrundlage bei Bergkameraden von 1.000 auf 100 Höhenmeter, sodass auch die Wiener etwas davon haben.

Nun müssen wir also die Folgen der Wirtschaftskrise ausbaden. Als strebsamer Staatsbürger möchte ich mich an der Debatte zu neuen kreativen Steuern beteiligen, denn auch wir aus dem Gesundheitswesen wollen die Gürtelrose enger schnallen.

So kann ich mir vorstellen, bei jeder Leberbiopsie die Alkoholsteuer geltend zu machen, bei Lungenfunktionstests eine Luftsteuer und bei der Prostatauntersuchung die Vergnügunssteuer einzuheben. Warum nicht Luxussteuer bei Untersuchung mit vorgewärmten Händen verlangen oder eine Vignette für die endoskopische Passage des Dickdarms einführen? Und bei jeder Überweisung kann natürlich die hippe Transaktionssteuer fällig werden. Die Kontrolle der Abgabenpflicht übernehmen die sportiven Beamten des Finanzministeriums, wie wir sie aus der beliebten TV-Serie „Pay-Watch“ kennen. Lieber Pepi, gehen dir also die Ideen aus, wende dich einfach an mich.

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