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18. Jänner 2011

Rückblickend

Im Jänner letzten Jahres wurden für ein Lawinenexperiment im Ötztal Schweine in den Schnee gesteckt und, auf Druck der Öffentlichkeit, bald schon wieder ausgegraben. Eine Flut von Beschwerden hatte das Experiment vorzeitig beendet. Im Schnitzelland kamen die Versuche nicht gut an – an sein Schweinernes lässt der Österreicher eben, außer den Fleischer, nichts kommen.

Schweine und Bacon im Schnee

Francis Bacon, der englische Staatsmann und „Vater der experimentellen Philosophie“, geboren übrigens auch im Jänner, allerdings 1561, hatte ebenfalls ein Experiment im Schnee gewagt. Anfang April 1626 wollte er untersuchen, ob sich die Haltbarkeit eines Huhnes durch Ausstopfen mit Schnee verlängern ließe. Nur wenig später verstarb er an einer Lungenentzündung – manche meinen, weil er sich beim Ausstopfen des Geflügels eine Erkältung zugezogen hatte.

In seinem letzten Brief schrieb Bacon, dass das Experiment zwar exzellent verlaufen sei, er aber wohl das Schicksal von Plinius dem Älteren teile, da sie beide das eine oder andere Experiment zur Konservierung und Abhärtung von Körpern versucht hätten.

Schutt und Asche in Pompeji

Bacon verwies dabei auf Gaius Plinius Secundus Maior, kurz Plinius der Ältere (bekannt vor allem durch sein naturwissenschaftliches Werk Naturalis historia), und die Umstände seines Todes am 25. August 79 bei eben dem Ausbruch des Vesuvs, der auch Pompeji und Herculaneum in Schutt und Asche legte: Zunächst aus Forschungszwecken in Richtung Vulkan unterwegs, dann zu einer Rettungsmission gerufen und schließlich, wie Plinius der Jüngere berichtet, zum Schutz vor den fallenden Steinen nur mit einem durch ein Mundtuch am Kopf befestigten Kissen unterwegs, erstickte der ältere Plinius am Ende selbst im Ascheregen.

Auch 2010 hat sich, könnte man etwas übertrieben formulieren, also wieder nur Geschichte wiederholt: Von Experimenten im Schnee über Aschewolken bis hin zu vielen anderen Dingen, die speziell in Österreich gerne immer wieder aufgewärmt werden – das Schnitzel, bitte, gehört nicht dazu.

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