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Mag. Tanja Fabsits Redaktion

Lipidtherapie in der Praxis – was kann man, muss man, soll man? Sinzinger, Helmut F.; Derfler, Kurt 88 Seiten, € 41,00 UNI-MED, 2009 ISBN 9783837410037 Mehr als die Hälfte der Europäer sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ziel der Autoren war, dem in der Praxis tätigen Arzt einen prägnanten Leitfaden in die Hand zu geben, der bewusst auf zu viel Theorie und wissenschaftliche Details verzichtet. n

 
14. September 2010

Silent Killer

Der Bluthochdruck verhält sich still, er fällt kaum negativ auf, tut nicht weh – und ist gerade deshalb umso gefürchteter. Bedeutungsschwer und erwartungsvoll wird von älteren Hypertonikern nicht nur Ärzten (die sind ohnehin zu abgebrüht), sondern vorzugsweise Freunden und Verwandten oder gern auch völlig Fremden gegenüber in den Raum gehaucht: „Wissen Sie, ich habe ja Blutdruck!“

Gute Zuhörer fassen sich sogleich betroffen ans Herz, besonders versierte Gesprächsteilnehmer kontern mit genauen Angaben und einer vergleichenden Analyse des eigenen Hochdrucks im Tagesverlauf. Die besten Zuhörer aber können mit Hilfe der Zahlenkombination der Millimeter Quecksilbersäule das Sterbedatum vorhersagen.

Giraffen haben ein großes Herz

Giraffen haben übrigens auch einen Blutdruck. Und damit eine ausreichende Menge Blut den ganzen langen Weg zum Kopf hochgepumpt werden kann, erreicht er etwa 260 mm Hg in der systolischen und 160 mm Hg in der diastolischen Phase. Entsprechend groß ist das Giraffenherz mit seinen rund 40 Kilogramm.

Ärzte zeigen nicht immer so viel Herz mit ihren Patienten. Da muss ein langjähriger Raucher mit erhöhtem Cholesterinspiegel und Claudicatio intermittens schon auch mit direkten Worten von seinem Chirurgen rechnen, wie etwa: „Wenn die Verkalkung so weitergeht, können Sie die Beine bald vergessen und auf den Arterien weiter spazieren.“ Eine Giraffe würde so etwas nie sagen!

Auch sonst scheinen die gemusterten Vierbeiner bedachter: Ihre Füße liegen zwei Meter unter dem Herz und müssen deshalb mit einem besonders hohen Blutdruck zurechtkommen. Um Ödemen vorzubeugen, sind die Arteriolen der Giraffenbeine extrem muskulös und Faszien und Haut um den Unterschenkel besonders eng (J. Gert van Dijk: Fainting in Animals, Clin Auton Res (2003) 13 : 247–255). Und nie im Leben käme eine Giraffe auf die Idee, ihre Kompressionsstrümpfe auszuziehen – ganz im Gegensatz zu etwa zwei Drittel der Patienten, denen diese Hilfsmittel verschrieben werden (siehe Seite 7).

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