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Foto: photos.com
 
 
1. September 2010

Schleimer und Blutsauger

Einige Tiere haben uns diesen Sommer ordentlich auf Trab gehalten. Amanda etwa, eine drei Meter lange Boa Constrictor, ließ sich Ende Juli von der halben Grazer Bevölkerung jagen und versetzte Kleintierhalter und Kindergärtner – so ein Kind ist ja kaum größer als 20 Hamster – in Aufruhr. Der Schlange war das zu viel Trubel, sie blieb lieber gleich in der Wohnung ihres Halters und wartete hinter dem Küchenschrank darauf, endlich gefunden zu werden. In Deutschland trieben sich Anfang Juli vor allem Krokodile herum: 170-Kilo-Alligator Ali spazierte durch Frankfurt (er brauchte Abwechslung von seiner Reptilienshow), und ein Verwandter, ebenfalls im Show Business hauptbeschäftigt, flanierte nachts durch das südhessische Groß-Rohrheim.

Aber auch ganze Spezies machten uns ordentlich zu schaffen. Die spanische Wegschnecke schleimte sich wieder einmal ihren Weg in jedes Gemüsebeet und trat in erbitterte Nahrungskonkurrenz zu sämtlichen Hobbygärtnern. Gelsen versuchten sich als Herdentiere und umschwirrten ihre Opfer nach heftigen Regenfällen in riesigen Schwärmen, was einen regelmäßigen Ausverkauf von Fliegengittern und Gartenfackeln nach sich zog. Persönlich verbindet mich mit den Gelsen eine ausgeprägte Hassliebe: Sie lieben mich, ich hasse sie.

Als wäre das mit dem Blutsaugen nicht schon übel genug, erklärte Prof. Dr. Norbert Nowotny, Virologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, im Profil außerdem, dass ungarische und ostösterreichische Gelsen auch bereits das West-Nil-Virus übertragen können. Daneben sind übrigens auch Zecken und Borrelien, von den klimatischen Bedingungen inspiriert, weiter auf dem Vormarsch und, so gesehen, kann der Sommer dann schön langsam auch wieder aufhören.

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