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Dr. Gertrude Jindrich ist Oberösterreichs oberste Landesschulärztin.
 
Allgemeinmedizin 4. September 2015

„Problembewusstsein ist vorhanden“

3 Fragen, 3 Antworten

Schulärzten kommt beim Umgang mit chronisch kranken Kindern eine entscheidende Rolle zu, nicht nur bei der Erstversorgung, auch als Kommunikatoren.

Wie groß ist das Problembewusstsein bei den Schulärzten?

Jindrich:Zumindest bei den oö Schulärzten und auch bei den Pädagogen gibt es aus meiner Erfahrung aus telefonischen Anfragen telefonisch, Anfragen per E-Mail, bei Vorträgen, von Erste Hilfe-Kursen, Dienstbesprechungen, Direktorenkonferenzen, persönliche Vorsprachen, ein großes Problembewusstsein und vor allem auch großes Interesse, den betreffenden Kindern eine möglichst gute Schulausbildung zu ermöglichen. Grundsätzlich besteht auch sehr große Bereitschaft seitens der Lehrer Hilfestellungen im Schulalltag zu leisten.

An welchen Fall in Ihrem Bundesland denken sie da speziell?

Jindrich:Ich möchte hier keinen konkreten Fall anführen, aber es geht hauptsächlich um Hilfestellungen bei Krankheiten wie Diabetes mellitus, Epilepsie, Allergie sowie um Körper- und Sinnesbeeinträchtigungen.

Das neue Schuljahr hat bereits begonnen. Welche Maßnahmen wären jetzt sinnvoll?

Jindrich: Am wichtigsten ist die rechtliche Absicherung der Lehrkräfte wenn diese freiwillig entsprechende Hilfestellungen leisten. Wichtig ist auch die regelmäßige Kommunikation zwischen behandelnder Abteilung, dem Facharzt bzw. dem Hausarzt, dem Schüler, den Eltern und der jeweiligen Schule.

Die Aufgabe des Schularztes sehe ich außer der Erste Hilfe-Leistung hier als fachkundige Kommunikationsdrehscheibe und als Auskunftsperson, insbesondere gegenüber den Lehrkräften, bezüglich des betreffenden Krankheitsbildes und der damit verbundenen Probleme im Unterricht und möglichen Notfallsituationen, die in der Schule auftreten können – dies alles geschieht immer im Einvernehmen mit Kind und Eltern, da die Schulärzte auch an die ärztliche Verschwiegenheitspflicht gebunden sind.

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