zur Navigation zum Inhalt
© photophonie / fotolia.com
Auch Kinder mit Diabetes sollten die Möglichkeiten haben, an Schulausflügen und -veranstaltungen teilzunehmen.
 
Diabetologie 15. Dezember 2014

Mehr kompetente Betreuungsangebote sind notwendig

Die Diabetesinitiative Österreich setzt sich für Kinder mit Diabetes ein.

An Diabetes erkrankte Kinder sind oft von Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen ausgeschlossen, weil dem Personal das nötige Wissen für die Betreuung fehlt. Auch die rechtliche Situation bei der Abgabe von Insulin ist nicht geklärt.

In Österreich gibt es rund 1.300 bis 1.500 Kinder mit einer Diabetes-Erkrankung. Auf ihre Behandlung sind österreichweit derzeit 36 Diabetes-Ambulanzen spezialisiert. Eine Diabetes-Erkrankung stellt nicht nur erwachsene Menschen vor Herausforderungen in ihrem Alltagsleben: Kinder mit Diabetes mellitus Typ-1 müssen ebenfalls täglich mehrmals ihren Blutzucker messen, den Kohlehydratgehalt ihrer Mahlzeiten berechnen und die entsprechende Menge Insulin verabreichen. Zu Hause erhalten die Kinder Unterstützung durch ihre Familienmitglieder. In Kindergarten oder Schule bekommen diese Kinder allerdings nicht die nötige Unterstützung – aufgrund der ungeklärten rechtlichen Situation bei der Abgabe von Insulin sowie durch mangelndes Wissen des Betreuungspersonals.

„Die Diabetesinitiative Österreich setzt sich für eine verbesserte Betreuung der betroffenen Kinder ein“, so Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Präsident der Diabetesinitiative Österreich (DIÖ). „Es ist unbedingt notwendig endlich die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die Finanzierungsfrage zu klären sowie chronische Erkrankungen in das Ausbildungsprogramm von Kindergarten- und Hort-Personal aufzunehmen.“ Das Unwissen um die Behandlung einer kindlichen Diabetes-Erkrankung in Schule und Kindergarten führt häufig dazu, dass diese Kinder von Schulveranstaltungen ausgeschlossen werden.

„Nach wie vor gibt es in Österreich noch keine Kur- oder Rehabilitationsmöglichkeiten, die eine wichtige Präventionsmaßnahme zur Vermeidung von Diabetes-bedingten Spätkomplikationen darstellen würde,“ unterstreicht Ludvik die Wichtigkeit von adäquaten Maßnahmen zur Betreuung von Kindern mit Diabetes-Typ-1. Diabetescamps, die auf private Finanzierung angewiesen sind, bieten betroffenen Kindern kindgerechte Diabetes-Schulungen, den Austausch mit gleichaltrigen Betroffenen sowie gemeinsame Freizeitaktivitäten.

DIÖ fördert Kinder-Sportwochen

Zwei Monate Sommerferien stellen viele Eltern vor dieselbe Problematik: Während man selbst nur fünf Wochen Urlaub pro Jahr zur Verfügung hat, ist es notwendig eine entsprechende Ferienbetreuung für die eigenen Kinder zu organisieren. Für Kinder mit Diabetes gibt es hier allerdings oft nicht ausreichend Angebote. Aus diesem Grund hat die DIÖ 2013 ein spezielles Projekt gestartet, das die kompetente Betreuung von Kindern mit Typ-1-Diabetes in der Ferienzeit sicherstellt. Gemeinsam mit der Sportunion West-Wien konnten Kinder mit Typ-1-Diabetes in den letzten beiden Jahren an einem umfangreichen Sportangebot, unter der Aufsicht von speziell geschultem Personal teilnehmen.

„Das Ziel unserer Bemühungen muss es sein, Kindern mit Diabetes-Erkrankungen eine normale Entwicklung sicherzustellen und sie nicht aufgrund von Unwissenheit und Unsicherheit von alltäglichen Aktivitäten in Kindergarten und Schule auszuschließen“, bekräftigt Ludvik.

www.diabetesinitiative.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben