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© Comstock Images / Stockbyte /Thinkstock
MRT ist für kleine Patienten weniger belastend als CT.
 
Pulmologie 20. Mai 2014

Mukoviszidose: Früherkennung von Lungenschäden mit MRT

Mit Magnetresonanztomographie können erste Lungenveränderungen entdeckt werden, solange sie noch reversibel sind.

Mit dem Neugeborenen-Screening können von Mukoviszidose betroffene Kinder frühzeitig identifiziert werden. Das Screening gibt allerdings keine Auskunft darüber, wann die Erkrankung in der Lunge einsetzt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass mithilfe des strahlenfreien MRTs frühe Veränderungen in der Lunge zuverlässig und schonend diagnostiziert werden können, lange bevor die ersten Symptome auftreten. Bislang standen dafür nur die Computertomographie und die Lungenspiegelung unter Vollnarkose zur Verfügung.

An der Studie nahmen 50 Mukoviszidose-Patienten im Alter von wenigen Monaten bis zu sechs Jahren teil. Ergebnis: MRT ist ebenso aussagekräftig wie Computertomographie oder Lungenspiegelung, dabei aber deutlich schonender. Sie zeigt u.a. Schleimpfropfen, frühe Gewebeschäden und Veränderungen in der Durchblutung der Lunge an. Auch ansonsten schwer zu diagnostizierende Lungenentzündungen sowie der Heilungsprozess nach der Therapie sind gut zu erkennen. Die Untersuchung dauert rund 20 Minuten. Damit das Bild nicht verwackelt, erhalten die kleinen Patienten ein Schlafmittel; eine Narkose ist nicht nötig.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Lungenerkrankung bei einigen Patienten bereits im ersten Lebensjahr beginnt und dass diese Veränderungen noch reversibel sind, während bei älteren Kindern bereits irreversible Veränderungen sichtbar werden“, erklärt Dr. Mark Wielpütz, Universitätsklinikum Heidelberg. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die MRT-Untersuchung auch eignet, um die Wirksamkeit neuer und vorbeugender Therapien in klinischen Studien zu überprüfen.

Wielputz MO et al.: Am J Respir Crit Care Med 2014; 189 (8): 956–65

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