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Nach einem Kaiserschnitt fördert Sectio Bonding die Nähe zwischen Mutter und Kind.
 
Neonatologie 5. Mai 2014

Gut für Mutter und Kind

Sectio Bonding senkt die Rate an Stillproblemen um die Hälfte.

Immer mehr Babys werden mittels Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Österreichweit liegt die Kaiserschnittrate derzeit bei rund 32 Prozent. Im Krankenhaus Göttlicher Heiland, Wien, wird die Kaiserschnittrate bewusst niedrig gehalten: Nur jedes fünfte Kind kommt per Sectio zur Welt. Ist dieser Eingriff erforderlich, sorgt das Team der Geburtshilfe mit Sectio Bonding für den optimalen Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.

Gerade bei einem Kaiserschnitt bleibt die Nähe zwischen Mutter und Baby nach der Geburt oft auf der Strecke. Dem steuert das Krankenhaus Göttlicher Heiland bewusst mit dem Angebot „Sectio Bonding“ entgegen.

Sectio Bonding im OP

Unmittelbar nach der Geburt findet eine wichtige und prägende Phase bei Mutter und Kind statt, das sogenannte „Bonding“. Liegt das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt auf dem Bauch oder der Brust der Mutter, wird diese Bindungsphase optimal unterstützt. Die Beziehung steht damit von Anfang an auf einer soliden Basis und erleichtert den Start in das gemeinsame Familienleben.

Sectio Bonding ermöglicht diese Nähe nun auch im Operationssaal. Dazu Nina Pacic, leitende Hebamme im Krankenhaus Göttlicher Heiland: „Mit Unterstützung der Hebamme kann das Neugeborene unmittelbar nach dem Kaiserschnitt bei der Mutter bleiben. So können Mutter und Kind einander bereits im OP ganz nahe sein.“

Prim. Dr. Albert Mayer, Vorstand der geburtshilflichen Abteilung, ergänzt: „Auch wenn eine Umstellung mancher Abläufe notwendig war, haben wir nun die Möglichkeit die wertvolle Bonding-Phase bewusst zu unterstützen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass keine medizinischen Bedenken eine getrennte Behandlung erforderlich machen. Damit schaffen wir die besten Startbedingungen nach einem wirklich notwendigen Kaiserschnitt für Mutter und Kind.“

Oxytocin sorgt für Geborgenheit nach der Geburt

Unmittelbar nach der Geburt wird das so genannte Bindungshormon Oxytocin in besonders großen Mengen ausgeschüttet. Es fördert vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl bei Mutter und Baby. Vielen möglicherweise auftretenden Problemen wird so von vornherein der Wind aus den Segeln genommen. So sorgt etwa das Oxytocin bei der Mutter dafür, dass sich die Gebärmutter rascher zusammenzieht. Der Heilungsprozess wird auf diese Weise von Anfang an gefördert.

Bonding-Babys haben weniger Anpassungsschwierigkeiten

Besonders signifikant lassen sich die Vorteile des Sectio Bonding anhand der Zahl an auftretenden Stillproblemen ablesen: Bei Sectio Bonding sinkt die Rate an Stillproblemen um fast die Hälfte. Überhaupt haben Bonding-Babys deutlich weniger Anpassungsschwierigkeiten und scheinen viel weniger Stress ausgesetzt zu sein als jene Kinder, denen diese Phase verwehrt wird. Da das Krankenhaus Göttlicher Heiland als stillfreundlich zertifiziert ist, war es daher nahe liegend, diese Erkenntnis bestmöglich umzusetzen.

Rascherer Heilungsprozess bei Müttern

Aber auch für den Heilungsprozess bei den Müttern lassen sich massive Vorteile feststellen: Wöchnerinnen, die ihr Baby bereits im OP bei sich haben dürfen, brauchen nach der Geburt weniger Schmerzmittel und erholen sich schneller von den Strapazen.

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