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Impfen 21. Jänner 2014

Pertussis wird leicht übersehen

In geimpften Populationen wird ein Keuchhusten oft als Asthma fehldiagnostiziert.

Auch bei geimpften Kindern und Erwachsenen muss man damit rechnen, dass hinter einem hartnäckigen Husten ein Keuchhusten steckt. Allerdings geht dieser dann oft nicht mit den typischen Merkmalen einher. Die Daten von 501 Kindern und Jugendlichen, bei denen mittels PCR Pertussis nachgewiesen worden war, wurden retrospektiv analysiert. 93% der 4- bis 6-Jährigen hatten eine komplette DTaP-Impfung erhalten, 38% der 11- bis 18-Jährigen waren mit Tdap-Vakzin immunisiert worden. 34% litten unter Stakkatohusten, 30% erbrachen nach den Hustenanfällen und 8% wiesen ein leichtes bis mittleres Giemen und Pfeifen (Wheezing) auf. Fast bei jedem zweiten Kind bestand mindestens ein klassisches Keuchhustensymptom.

Bei Patienten mit Wheezing wurde die Diagnose oft erst mit Verzögerung gestellt. 60% der giemenden Patienten benötigten mehr als einen Anlauf beim Arzt, bevor ihnen die richtige Diagnose bescheinigt wurde (vs. 29% in der Gesamtgruppe). Fast jedes vierte Kind wurde zunächst mit Verdacht auf eine Asthmaexazerbation behandelt, obwohl nicht einmal jedes dritte bei der Untersuchung ein Giemen und Pfeifen erkennen ließ. Bei den Patienten, bei denen sich zusätzlich zum Husten ein Wheezing zeigte, hegten die behandelnden Ärzte zu 95% den Anfangsverdacht auf eine Asthmaexazerbation. Erst nachdem die Asthmabehandlung nicht anschlug, wandte sich die Diagnostik Richtung Keuchhusten.

Taylor Z et al.: Wheezing in Children with Pertussis Associated with Delayed Pertussis Diagnosis; The Pediatric Infectious Disease Journal 2013; online 28. Oktober

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