zur Navigation zum Inhalt
© DX - Fotolia
 
Diabetologie 30. Mai 2013

Feinstaub und Insulinresistenz

Erhöhte Feinstaubbelastung steigert bei Kindern das Risiko, eine Insulinresistenz zu entwickeln.

Für diese prospektive Kohortenstudie wurden Daten und Blutproben von 397 zehnjährigen Kindern ausgewertet. Für die Erhebung der Feinstaubbelastung wurden Analysen der Verkehrsemissionen und der Bevölkerungsdichte in Wohnortnähe herangezogen.

Die Analysen ergaben, dass eine höhere Insulinresistenz bei jenen Kindern vorlag, die vermehrt Luftverschmutzung ausgesetzt waren. Pro 10,6 µg/m³ zusätzlichem Luftgehalt an Stickstoffdioxid stieg die Häufigkeit der Insulinresistenz um 17 Prozent. Für Feinstaub in der Luft kam es zu einem Anstieg der Insulinresistenz um 19 Prozent pro 6 µg/m³. Auch die Entfernung der Wohnung zu einer stark befahrenen Straße spielte eine Rolle: in ihrer Nähe stieg die Insulinresistenz um 7 Prozent pro 500 Meter. Die Assoziationen waren unabhängig von Begleitfaktoren wie sozioökonomischem Status, Passiv-Rauchen, Geburtsgewicht, Entwicklungsstatus oder Body-Mass-Index der Kinder.

„Die Toxizität von Luftschadstoffen ist unterschiedlich, allerdings sind sie alle potenzielle Oxidantien. Das heißt, sie können direkt Lipide oder Proteine oxidieren oder auch indirekt oxidierende Signalwege in den Zellen aktivieren“, erklärt Erstautorin Elisabeth Thiering. „Dieser oxidative Stress durch Feinstäube kann eine Erklärung für die Entwicklung einer Insulinresistenz sein. Zudem haben frühere Studien gezeigt, dass eine Vermehrung von kleinsten Luftpartikeln sowie NO2 zu einer Erhöhung entzündlicher Biomarker führen, was ebenfalls ein möglicher Trigger für eine Insulinresistenz sein kann.“

Thiering E. et al.: Diabetologia 2013; doi: 10.1007/s00125-013-2925-x                        

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben