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© prochasson frederic/shutterstock
Meist unschuldig an Babys Bauchschmerzen.
 
Immunologie 28. Mai 2013

Ein Allergie, die oft keine ist

In einer Kohorte von 13.234 Neugeborenen wurde bei 243 Kindern zu Unrecht die Diagnose „Kuhmilchallergie“ gestellt.

Die Diagnose musste später revidiert werden. Die Fehldiagnose wurde in den meisten Fällen vom Haus- oder Kinderarzt gestellt, immerhin in 67 Fällen aber von den Eltern. Eine bestätigte Kuhmilchallergie fand sich bei 66 Kindern.

Die Mehrzahl der Kinder mit „falscher“ Kuhmilchallergie war schon in den ersten drei Lebensmonaten „symptomatisch“. Dagegen lag das Maximum des Symptombeginns bei Kindern mit echter IgE-vermittelter Kuhmilchallergie erst im dritten bis vierten Lebensmonat.     

Bei den meisten Säuglingen mit echter Kuhmilchallergie waren mehrere Organsysteme betroffen. Die fehldiagnostizierten Kinder hatten dagegen überwiegend nur an einem Organsystem Symptome. Bei ihnen gab es im Vergleich auch deutlich öfter unspezifische und gastrointestinale Beschwerden und seltener Haut- und Atemwegssymptome.

„Unsere Beobachtungen verdeutlichen, dass die Diagnose einer Kuhmilchallergie – außer nach einer anaphylaktischen Reaktion – von einem oralen Provokationstest abhängig gemacht werden soll“, meinen die Autoren.

Elizur A et al.: Arch Dis Child 2013; doi:10.1136/archdischild-2012-302721                        

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