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Diabetologie 22. Mai 2013

Erste Ergebnisse der TEDDY-Studie

Typ-1-Diabetes: Kein direkter Zusammenhang zwischen Virusinfektion und rapidem Krankheitsausbruch.

Die TEDDY-Studie untersucht Umweltfaktoren, die eine Erkrankung an Typ-1-Diabetes im Kindesalter bedingen könnten. Als eines der ersten Resultate stellten die Wissenschaftler der internationalen Studie nun fest, dass Virusinfektionen wahrscheinlich nicht die Ursache eines sich rapide entwickelnden Typ-1-Diabetes im Kindesalter sind.

Virusinfektionen gelten als potenzieller Auslöser der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes. Bei der Erkrankung kommt es durch Autoimmunreaktionen zu einer Zerstörung der Insulin-bildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Zu einem Ausbruch der Erkrankung kann es innerhalb weniger Monate kommen, in manchen Fällen entwickelt sich die Krankheit jedoch auch schleichend über Jahre.

Virusinfektionen im Babyalter erfasst

Ein internationales Team um Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler, Institut für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) wertete Daten der TEDDY (The Environmental Determinants of Diabetes in the Young)-Studie mit dem Ziel aus, herauszufinden, ob virale Infektionen bei Babys die Ursache eines besonders schnell eintretenden Typ-1-Diabetes sind.

Zwischen 2004 und 2010 wurden innerhalb einer Gruppe von insgesamt 420.000 Babys 21.589 Säuglinge mit einer genetischen Prädisposition, d. h. einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes, identifiziert. Deren Familien wurden eingeladen, an der prospektiven TEDDY-Studie teilzunehmen, bei der bis zum Alter von 15 Jahren neben regelmäßigen Blutabnahmen zur Untersuchung von Autoantikörpern und weiteren serologischen Markern auch kontinuierlich detaillierte Daten zu Erkrankungen, Infektionen, Ernährung, psychosozialen Faktoren und Entwicklung gesammelt werden. Ziel ist es hierbei, Umweltfaktoren zu identifizieren, die die Betazellentzündung und den Diabetes triggern. 8.677 Kinder nahmen an der TEDDY Studie teil.

Über den Beobachtungszeitraum bis Juli 2011 entwickelten 355 Kinder Diabetes-typische Autoantikörper, 86 davon entwickelten einen manifesten Typ-1-Diabetes. In 24 Fällen handelte es sich dabei um eine besonders fulminante Verlaufsform mit einem Krankheitsausbruch innerhalb von sechs Monaten nach Autoantikörperentstehung.

Für 14 dieser Kinder standen Blutproben von vor und nach dem erstmaligen Auftreten von Autoantikörpern zur Verfügung, an denen Virusnachweise mittels Sequenzierungs-Methoden durchgeführt werden konnten. Nur ein Kind zeigte eine messbare virale Last in der Blutprobe. Die übrigen Proben zeigten sich unauffällig und es waren keinerlei Unterschiede zu Kontrollproben gesunder Kinder gleichen Alters erkennbar. Auch der Vergleich der gesammelten Daten mit viralen Infektionsereignissen der Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes der 24 erkrankten Kinder mit denen von 72 gesunden Kindern zeigte keinen Zusammenhang von viralen Infektionen und dem Ausbruch einer Typ-1-Diabetes Erkrankung.

„Unsere Ergebnisse schließen die Möglichkeit für ein ursächliches Virus, mit dem Kinder sich vor dem sechsten Lebensmonat infizieren, nicht aus“, erklärt Ziegler. „Allerdings stellen die Resultate Viren als Auslöser momentan infrage. Die Studie belegt, dass zum Zeitpunkt der Entwicklung der Autoimmunität keine viralen Auslöser vorhanden sind.“

Weniger Fieber bei Kindern mit Diabetes

Überraschenderweise zeigten die Kinder mit Diabetes geringere Fieber-Episoden als die Kinder der Kontrollgruppe. „Diese Daten müssen noch überprüft werden. Sie könnten darauf hindeuten, dass Fieber als ein Kennzeichen einer kompetenteren Immunabwehr und Viruselimination bei gesunden Kindern steht“, meint Ziegler. Eine weiterführende Analyse hierzu soll demnächst im Rahmen der TEDDY-Studie erfolgen.

Originalpublikation:

Lee HS et al.: Next-generation sequencing for viruses in children with rapid-onset type 1 diabetes, Diabetologia 2013; doi: 10.1007/s00125-013-2924-y

               

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