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Impfen 5. September 2014

Verdacht widerlegt

Die HPV-Impfung erhöht nicht das Risiko für venöse Thromboembolien.

Der quadrivalente Impfstoff gegen das humane Papillomavirus (HPV) steht unter Verdacht, das Risiko für venöse Thromboembolien erhöhen zu können. Denn in zwei Sicherheitsstudien, nach Zulassung des Impfstoffes initiiert, wurde hier ein Zusammenhang berichtet. Diese Bedenken sind nun mithilfe einer Fallkontrollstudie aus dem Weg geräumt worden. Dr. Nicolai Madrid Scheller vom Statens Serum-Institut in Kopenhagen und Kollegen haben das dänische nationale demografische und Gesundheitsfürsorge-Register nach Daten (Oktober 2006 bis Juli 2013) durchforstet und letztlich 4.375 Fälle von venösen Thromboembolien gefunden. Von den betroffenen Frauen (im Alter von 10 bis 44 Jahren) wurden 889 (20%) mit dem quadrivalenten HPV-Impfstoff geimpft. Im Design einer selbstkontrollierten Fallserie wurden die individuellen Inzidenzraten einzelner Zeitabschnitte vor und nach der Impfung miteinander verglichen.

Auch in Subanalysen kein Zusammenhang gefunden

Die geimpften Frauen hatten nach dieser Analyse kein erhöhtes Risiko, innerhalb der nächsten 42 Tage nach der Impfung eine venöse Thromboembolie zu erleiden. Das Inzidenzratenverhältnis lag bei 0,77 (95% KI: 0,53–1,11). Auch wenn auf die Einnahme von Kontrazeptiva adjustiert wurde, fand sich kein Zusammenhang; ebenfalls nicht in Subanalysen, für die nur Frauen eines bestimmten Alters berücksichtigt wurden. Nach Ansicht der Studienautoren liefern diese Ergebnisse deshalb keinen Anhaltspunkt dafür, dass eine quadrivalente HPV-Impfung für Frauen das Risiko für venöse Thromboembolien erhöhen könnte.

Scheller NM et al.: JAMA 2014; 312 (2): 187–188

springermedizin.de, Ärzte Woche 37/2014

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