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Kardiologie 21. August 2014

Ängste vor der OP reduzieren

Psychologische Betreuung hilft Herzchirurgie-Patienten.

Operationen am offenen Herzen gehen häufig mit psychischen Belastungen einher, wie vermehrten Ängsten und erhöhter Depressivität. Psychologische Interventionen sind in diesem Zusammenhang darauf ausgerichtet, das Wissen der Patienten über den Eingriff und seine Folgen zu mehren, operationsbezogene Ängste und Befürchtungen abzubauen, Schmerzen zu reduzieren und die Genesung fördern. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, wie z. B. Entspannungsverfahren, Informationsvermittlung oder Hypnotherapie.

In einer Metaanalyse, die in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlicht wurde, untersuchten die Jenaer Psychologinnen Dr. Susan Koranyi und PD Dr. Jenny Rosendahl die Wirksamkeit verschiedener psychologischer Interventionen bei Herzoperationen. Sie fassten dafür die Ergebnisse von 19 Studien mit insgesamt 2.164 Patienten zusammen, die psychologische Unterstützung zusätzlich zur Routinebehandlung vor oder nach einer Operation am offenen Herzen erhalten hatten.

„In der Zusammenfassung der Studien erwiesen sich die psychologischen Unterstützungsmaßnahmen als wirksam, um Ängste und Depressivität zu reduzieren“, so die Autorinnen. Dieser Effekt hielt nachweislich auch nach der Entlassung an. Dagegen konnten keine Belege gefunden werden, dass psychologische Unterstützung im Rahmen des stationären Aufenthaltes der Patienten die Intensität der Schmerzen senkt. Aussagen über die positive Wirkung der Interventionen auf die Mobilität der Patienten nach der Operation und den Schmerzmittelverbrauch waren aufgrund der mangelhaften Studienlage nicht möglich.

Koranyi: „Psychologische Interventionen sind ein kostengünstiges und nebenwirkungsarmes Instrument, dessen Potenzial weiter überprüft werden sollte. Es sind daher neue Studien nötig, um ihre Wirksamkeit auf Schmerzen und verschiedene Genesungsparameter nach Herzoperationen zu untersuchen, und so die Frage nach deren Nutzen umfassend beantworten zu können.“

Koranyi S et al.: Cochrane Database of Systematic Reviews 2014, Issue 5. Art. No.: CD009984

Universitätsklinikum Jena, Ärzte Woche 29/34/2014

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