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Neurologie 10. Juni 2014

Bilinguale bauen langsamer ab

Wer fließend zwei Sprachen spricht, baut im Alter geistig langsamer ab. Darauf deutet eine Untersuchung bei US-Einwanderern.

Schon lange ist in epidemiologischen Studien aufgefallen, dass Demenz bei Menschen, , die fließend zwei Sprachen beherrschen, seltener auftritt. Eine neue Querschnittstudie bestätigt dies nun. Teilnehmer waren 628 Einwanderer aus Mexiko, die in Kalifornien leben. Knapp 290 unterhalten sich weiterhin bevorzugt in Spanisch und können kaum Englisch, knapp 340 haben auch mit der neuen Sprache kein Problem, sie sprechen sowohl fließend Englisch als auch Spanisch.

Die im Schnitt 74 Jahre alten Teilnehmer wurden mit diversen neuropsychologischen Tests sowie einem modifizierten Mini-Mental-Status-Test (MMST) untersucht. Hierbei schnitten die Bilingualen mit 80 versus 70 Punkten deutlich besser ab. Signifikante Unterschiede gab es auch in Tests zur Mustererkennung, zur Aufmerksamkeit, beim konzeptuellen Denken und beim semantischen Gedächtnis. Insgesamt hatten die Zweisprachigen zwar ein höheres Bildungsniveau, wurde dieses berücksichtigt, blieben die Unterschiede dennoch bestehen.

Nach Ansicht der Autoren sprechen die Daten dafür, dass Zweisprachigkeit den kognitiven Abbau bremst und Demenz hinauszögert. Erklärt wird dies vor allem mit einer besseren kognitiven Reserve. Man geht davon aus, dass Bilinguale von den Prozessen, die zur Demenz führen, ebenso betroffen sind wie Einsprachige, allerdings scheinen die Hirnzellen bei ihnen stärker vernetzt zu sein: Fallen einige aus, werden die Defizite zunächst von anderen Neuronen kompensiert. Kognitive Defizite machen sich also erst später bemerkbar.

Padilla C et al.: Bilingualism is associated with better cognitive performance; AAN 2014; Poster 2.172

springermedizin.de , Ärzte Woche 24/2014

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