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Mit der Beweglichkeit kehrt bei vielen Frauen auch die Kontinenz wieder zurück.
 
Urologie 7. April 2014

Mit neuer Hüfte wieder kontinent

Frauen mit Harninkontinenz waren nach einem Hüftgelenkersatz ihre Beschwerden los. Ein Zusammenhang zwischen Hüftgelenk- und Beckenbodenfunktion wird vermutet.

Japanischen Ärzten war aufgefallen, dass Frauen mit Harninkontinenz angaben, ihre urologischen Beschwerden seien nach der Hüft-OP nicht mehr aufgetreten. Um diesem Kuriosum auf den Grund zu gehen, starteten die Ärzte prospektiv eine Befragung jeweils vor und drei Monate nach dem Eingriff. Von 189 Patientinnen konnten sie die Antworten auf Fragen des „Internationalen Consultation on Incontinence Questionnaire“ für ihre Studien auswerten.

Von den 189 älteren Frauen gaben 43% vor der Operation an, eine Harninkontinenz zu haben, die meisten wahrscheinlich eine Stressinkontinenz (65% klagten über ungewollten Harnabgang im Wesentlichen beim Husten oder Niesen). Der kombinierte JOA-Hüftscore (Japanese Orthopaedic Association), in dem Bewegungsfreiheit und Ergebnisse der Schmerz- und Ganganalyse berücksichtigt werden, war in beiden Gruppen mit einem Wert von etwa 45 gleich groß (maximal erreichbarer Wert: 100).

Drei Monate nach dem Eingriff – bei 30 Patientinnen erfolgte die Arthroplastik beidseitig – hatten sich die Beschwerden bei 64% der Frauen gebessert, bei 32% waren sie unverändert geblieben. Drei Frauen klagten über eine verstärkte Harninkontinenz. Auch in der Vergleichsgruppe waren drei Frauen (3%) inkontinent geworden. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass ein Zusammenhang zwischen Hüft- und Beckenbodenfunktion besteht und dass eine Harninkontinenz Folge der Hüftdysfunktion sein kann.

Tamaki T et al.: Int J Urol 2014; online 4. März

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 15/2014

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