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Immunologie 10. April 2014

Lokale allergische Rhinitis gibt es wirklich

Schon lange wird vermutet, es existiere eine eigenständige Form der allergischen Rhinitis, bei der IgE-Antikörper ausschließlich lokal und nicht systemisch produziert werden. Dieser Verdacht erhärtet sich nun.

Die lokale allergische Rhinitis (LAR) ist dadurch charakterisiert, dass sich spezifisches IgE nur im Nasensekret findet. Der Pricktest fällt negativ aus, spezifisches Serum-IgE ist nicht nachweisbar. Das Aeroallergen sind meist Hausstaubmilben. Umstritten ist allerdings, ob es sich bei der LAR um den ersten Schritt in Richtung einer klassischen allergischen Rhinitis oder um eine eigene Entität handelt.

In einer prospektiven Kohortenstudie wurden 194 LAR-Patienten und 130 gesunde Kontrollpersonen verfolgt. Die ersten Zwischenergebnisse liegen nun vor: Zwar hat sich nach fünf Jahren bei 6,8% der Patienten eine systemisch nachweisbare Sensibilisierung entwickelt, Gleiches gilt aber auch für 5,2% der Kontrollprobanden. Deutlich verschlechtert hat sich inzwischen das klinische Bild der LAR-Patienten.

Die Daten sprechen eher gegen die Annahme, es handle sich bei der LAR um die Vorstufe zum Vollbild der systemischen allergischen Rhinitis. Vielmehr deuten sie auf ein eigenes Krankheitsbild. Es könnte sich bei den von LAR Betroffenen um Patienten handeln, deren Diagnosen zuvor z.B. nichtallergische Rhinitis mit Eosinophilie-Syndrom (NARES), vasomotorische oder idiopathische Rhinitis lauteten.

Rondón C et al.: JACI 2014; 133 (4): 1026–31

springermedizin.de/CL, Ärzte Woche 15/2014

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