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Hepatologie 1. April 2014

Fettleber: neue Diagnosemethode

Für Diagnose und Verlaufskontrolle einer nicht-alkoholbedingten Fettleberhepatitis (NASH) ist üblicherweise eine Leber-Biopsie nötig, die mit Komplikationen und einer beträchtlichen Fehlerquote einhergehen kann. Ein Team der MedUni Wien hat nun erstmals nachgewiesen, dass dies künftig auch mit der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT), also nicht-invasiv, möglich sein kann.

„Wir haben erstmals nachgewiesen, dass mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und der fMRT die Fettleber und deren Entzündung diagnostiziert, aber auch die Funktion der Leber untersucht und gezeigt werden kann“, sagt der Senior-Autor der Studie, Ahmed Ba-Ssalamah von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Das Kontrastmittel ist eine Gadoxetsäure, die über die Venen injiziert und über die Gallenwege ausgeschieden wird. Zellen einer Fettleber nehmen das Kontrastmittel wegen der Entzündung, der Fibrose und der damit verbundenen Ausdehnung des Volumens der Leberzellen („Ballooning“) ganz schlecht bzw. gar nicht auf. Dagegen ist das Kontrastmittel in gesunden Leberzellen sehr gut zu sehen. Dieser Unterschied konnte mittels fMRT sichtbar gemacht werden.

Anschließend an diese Studie sollen die Ergebnisse jetzt in einer multizentrischen Studie verifiziert werden, damit diese Methode künftig auch die Leber-Biopsie zur Erstellung der Erst-Diagnose ersetzen kann, so die Studienautoren. „Die Verlaufskontrolle mit der fMRT ist schon jetzt möglich“, sagt Ba-Ssalamah.

Der Begriff der „nicht-alkoholischen Fettleber“ wurde übrigens vom Wiener Hepatologen Heribert Thaler (einem Schüler von Hans Popper) in den 1960er-Jahren geprägt und später von amerikanischen Forschern aufgegriffen.

Bastati N et al.: Radiology 2014; online 27. Februar

MedUniWien, Ärzte Woche 14/2014

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