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© Alexander Raths/fotolia
Patienten mit Hämaturie werden oft nicht weiter verwiesen.
 
Urologie 10. März 2014

Mangelhafte Abklärung bei Hämaturie

Leitlinien werden häufig nicht befolgt.

Die American Urological Society rät, Hämaturie-Patienten, die über 35 Jahre alt sind, zur Zystoskopie zu schicken und bildgebende Verfahren im Bauch- und Beckenbereich einzusetzen. In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden nun 2.455 Hausarztpatienten verfolgt, bei denen erstmals eine Hämaturie diagnostiziert wurde, ohne dass eine Infektion als Ursache erkennbar war. 13,7% wurden binnen sechs Monaten zystoskopiert, 13,9% zur radiologischen Abklärung überwiesen. Eine Zystoskopie plus Bildgebung erhielten 5,7%.

Die weitere Abklärung erfolgte häufiger dann, wenn bekannte Risikofaktoren für ein Urothelkarzinom vorlagen. Allerdings hing die Häufigkeit auch von der Gegend ab, in der die Patienten den Arzt aufsuchten. Die Autoren nahmen dies als Indikator, dass auch klinisch nicht relevante Faktoren die Entscheidung zur weiteren Abklärung beeinflussen.

Dass es durchaus sinnvoll ist, der Ursache einer Hämaturie auf den Grund zu gehen, zeigen die abschließenden Diagnosen: Bei 2,7% der Patienten wurde ein Neoplasma festgestellt, rund die Hälfte der Diagnosen entfiel auf Blasenkrebs. Die Tumorquoten differierten je nach Intensität der Suche: Zystoskopie 12,8%, Bildgebung 12,0%, Zystoskopie plus Bildgebung 18,4%. Häufigste Einzelursache war allerdings die Urolithiasis mit 4,6%.

Friedlander DF et al.: Am J Med 2014; online 30. Jänner

springermedizin.de/CL , Ärzte Woche 11/2014

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