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Von der Heilkraft des Honigs wussten schon die alten Ägypter. Studien zur Wirksamkeit einer Kombination aus Kaffee und Honig bei postinfektiösem Husten lagen bislang jedoch noch nicht vor.
 
Allgemeinmedizin 28. Jänner 2014

Kaffee und Honig

Traditionelles Rezept aus Persien bei postinfektiösem Reizhusten wirksamer als Steroide.

Eine methodisch hochwertige Studie aus dem Iran zeigt, dass Bienenhonig und Kaffee für die Behandlung des postinfektiösen Reizhustens wirksamer sind als systemisch verabreichte Steroide und Antitussiva.

Etwa zehn bis 25 Prozent der Patienten mit chronischem Husten berichten, das ihr Husten im Anschluss an einen Infekt der oberen Luftwege aufgetreten sei und sich auch im Verlauf von Wochen bis Monaten nicht zurückgebildet habe. Sie berichten häufig über ein anhaltendes Kratzgefühl im Rachen und anfallsartig auftretende Hustenattacken, die zu einer beträchtlichen Minderung der Lebensqualität beitragen.

Patienten/Methodik

Zwischen 2008 und 2011 wurden am Universitätskrankenhaus in Teheran 97 Patienten im medianen Alter von 40 Jahren mit postinfektiösem Reizhusten in eine randomisierte, doppelblinde Studie einbezogen. Jeweils ein Drittel der Patienten erhielt identisch aussehende Behälter, die entweder 500 g Honig vermischt mit 70 g Instantkaffee, 600 g eingedickten Zuckersaft mit 320 mg Prednisolon oder 600 g Zuckersaft mit Guaifenesin enthielten. Die Patienten wurden angehalten, dreimal täglich einen Esslöffel (ca. 25 g) der Paste in einem Glas heißem Wasser aufzulösen und zu trinken.

Nach dem Protokoll sollten sie dabei dreimal täglich 20,8 g Honig und 2,9 g Kaffee, 13,3 mg Prednisolon oder 25 g Guaifenesin zu sich nehmen. Weitere Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel waren nicht erlaubt. Die Hustenhäufigkeit wurde anhand einer visuellen Analogskala jeweils vor Beginn der Studie und eine Woche nach Beendigung der vierwöchigen Therapie evaluiert.

Ergebnisse

Über alle drei Gruppen betrachtet lag der Husten-Score vor Beginn der Behandlung bei 2,94 ± 0,23, danach bei 1,71 ± 1,22. In der Honig- und Kaffee-Gruppe betrug der Score eine Woche nach Beendigung der Therapie 0,2 ± 0,5, in der Steroidgruppe 2,4 ± 0,6 und in der Guaifenesin-Gruppe 2,7 ± 0,5.
Im Vergleich zum Ausgangsniveau waren die Veränderungen in der Verum- und in der Steroidgruppe signifikant, nicht jedoch in der Guaifenesin-Gruppe.
Die mit den Kaffee und Honig behandelten Patienten schnitten allerdings hochsignifikant besser ab als die Patienten unter Steroiden.

Literatur:

Raeessi M. A., et al.: Honey plus coffee versus systemic steroids in the treatment of persistent post-infectious cough: a randomised controlled trial. Primary Care Respiratory Journal 2013; 22(3): 325 - 330

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