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© Arteria Photography
Bei manchen Kindern mit atopischem Ekzem verschwinden die Läsionen nach einer regelmäßigen UVB-Therapie fast zur Gänze.
 
Dermatologie 6. September 2013

Kinder profitieren von Fototherapie

Der Einsatz von UVB-Strahlen bei atopischem Ekzem zeigt erfolgreiche Langzeiteffekte.

Kinder mit einem mittelgradigen bis schweren atopischen Ekzem profitieren wie Erwachsene auch von einer Lichttherapie mit Schmalspektrum-UVB. Der Effekt dieser Behandlung hält bei einigen Kindern auch ein halbes Jahr nach Ende der zwölfwöchigen Therapie noch an.

Bisher gibt es nur retrospektive Untersuchungen zur Wirksamkeit der Bestrahlung mit Schmalspektrum-UVB-Licht bei Kindern mit einem atopischen Ekzem. In einer kleinen Studie überprüften britische Dermatologen nun diesen Ansatz prospektiv. 29 Kinder zwischen 3 und 16 Jahren wurden der Lichttherapie ausgesetzt. Als Kontrollgruppe dienten 26 Kinder, für die diese Therapie ebenfalls indiziert war, die jedoch darauf verzichteten. Beide Gruppen wurden topisch behandelt.

Die Studie zur Lichttherapie wurde erwogen, weil die Kinder auf die topische Therapie nicht angesprochen hatten. Im Mittel lag die kumulative UVB-Dosis der Therapie zweimal pro Woche bei 28,6 J/cm2 (10,7 bis 46,9 J/cm2). Die Zahl der Studienteilnehmer reiche für eine Teststärke von 80 Prozent zur Erkennung einer klinisch signifikanten Differenz von 9 SASSAD-Punkten (Six Area Six Sign Atopic Dermatitis Score) aus, so die Dermatologen.

Der Erfolg der UVB-Therapie wurde objektiv anhand des SASSAD-Scores sowie der noch vom Ekzem befallenen Hautareale drei und sechs Monate nach Ende der Therapie beurteilt. Das Augenmerk wird dabei auf Erytheme, Exsudate, Abschürfungen, Trockenheit, rissige Haut und lichenifizierte Entzündungsreaktionen gerichtet, und zwar an Armen, Händen, Beinen, Füßen, Kopf und Hals sowie am Körperstamm. Ermittelt wurde der Score zu Studienbeginn und am Ende der Behandlung nach zwölf Wochen sowie nach drei und sechs Monaten.

Effekt hielt auch noch nach einem halben Jahr an

Insgesamt wurde mit der UBV-Therapie eine Reduktion des SASSAD-Scores um 61 Prozent erzielt, in der Kontrollgruppe dagegen verschlechterte sich der Befund um sechs Prozent. Im Mittel lag der Wert am Ende der Behandlung bei 11,6 versus 24,8 in der Kontrollgruppe. Das entspricht einem signifikanten Unterschied von -13,2 (95%-Konfidenzintervall zwischen –18,7 und –7,7 %; p < 0,0001). Zudem verkleinerte sich die vom Ekzem betroffene Hautfläche durch die Fototherapie. Der Anteil der betroffenen Partien lag am Ende der Behandlung im Mittel nur noch bei 11 Prozent, in der Kontrollgruppe dagegen noch bei 36 Prozent.Das entspricht einer Abnahme der betroffenen Hautpartien um im Mittel 25 Prozent (95%-Konfidenzintervall zwischen –34 % und –16 %; p < 0,0001).

Insgesamt zwölf Kinder (41 %) der UVB-Gruppe waren am Ende der Therapie fast oder komplett ekzemfrei (SASSAD < 10). Drei Monate nach Ende der Therapie lag der Anteil sogar bei 50 Prozent, ein Hinweis darauf, dass der Erfolg der Therapie erst nach einer gewissen Zeit sichtbar wird. Bei acht Kindern (29 %) flammte das Ekzem auch sechs Monate nach Ende der Fototherapie nicht wieder auf.

Genauer Wirkmechanismus noch nicht geklärt

Wie die Lichttherapie beim atopischen Ekzem wirksam wird, ist bisher nicht ganz klar. Möglicherweise beruht der Effekt darauf, dass spezifische T-Lymphozyten in den programmierten Zelltod geschickt oder antientzündliche und immunsuppressive Zytokine ausgeschüttet werden. In früheren Untersuchungen wurde darüber hinaus beobachtet, dass Schmalspektrum-UVB Staphylokokken der Haut dezimiert.

Originalpublikation:   

Darné S et al. British Journal of Dermatology 2013 online 12. August; doi: 10.1111/bjd.12580

springermedizin.de/KK, Ärzte Woche 37/2013

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