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Blutdrucksenker aus dem Gemüsebeet.
 
Kardiologie 12. August 2013

Heilsame Nitrate

Rote Rübe wirkt blutdrucksenkend.

Forscher fanden heraus, dass die in der roten Rübe enthaltenen Nitrate den Blutdruck nicht nur bei gesunden Menschen, sondern auch bei Hypertonikern senken – bei Letzteren offenbar sogar besonders gut.

In roten Rüben stecken anscheinend vasoaktive Kräfte. Ein Forscherteam um Dr. Amrita Ahluwalia, London, fand heraus, dass 250 ml roter Rüben-Saft am Tag den Blutdruck bei Menschen mit Bluthochdruck senkt (Enhanced vasodilator activity of nitrite in hypertension:Critical role for erythrocytic xanthine oxidoreductase and translational potential. Hypertension 2013 DOI:10.1161/HYPERTENSIONAHA.111.00933). Die hohe Konzentration an anorganischem Nitrat (NO3–) in der roten Rübe scheint dafür verantwortlich zu sein. Gelangt das NO3 mit Speichel in Kontakt, wandeln es die Bakterien in das bioaktive organische Nitrit (NO2–) um, das dann in Nitritoxid (NO) umgewandelt wird. NO erweitert die Gefäße, verbessert den Blutfluss – der Blutdruck fällt.

Getestet wurde dies bisher allerdings nur bei Tieren und gesunden Menschen. Ihr Blutdruck fiel nach Nitrat-Gabe. Aber ist das auch bei Hypertonikern der Fall?

Ahluwalia und ihre Kollegen haben acht Frauen und sieben Männer mit Bluthochdruck ersten Grades (140–159 mmHg systolisch, 90–99 mmHg diastolisch) randomisiert zwei Gruppen zugeteilt: Die einen tranken 250 ml roten Rüben-Saft am Tag, die anderen die gleiche Menge an Wasser. Die im Saft enthaltene relativ geringe Nitrat-Dosis reichte aus, um sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck der Hypertoniker signifikant zu senken.

Bei Hypertonikern noch effektiver

Im Mittel wurde der systolische Blutdruck drei bis sechs Stunden nach dem Rüben-Trank um 11,2 mmHg gesenkt, im Vergleich zu 0,7 mmHg bei den Probanden, die Wasser tranken. Auch der diastolische Blutdruck war vier bis sechs Stunden nach Zufuhr des roten Rüben-Saftes Rote-Bete-Safts signifikant niedriger als der von „Wasser-Trinkern“, und zwar um 9,6 mmHg. Dieser blutdrucksenkende Effekt scheint tatsächlich durch die Nitrat-Nitrit-Verstoffwechselung hervorgerufen zu werden, denn die Höhe der Blutdrucksenkung korrelierte mit der Höhe der Nitrit-Spiegel im Blut.

Selbst nach 24 Stunden, als die Nitrit-Werte wieder den Ausgangswert erreichten, war die Wirkung noch messbar: Die „roten Rüben-Saft-Trinker“ hatten zu diesem Zeitpunkt noch immer einen um 8,5 mmHg niedrigeren Blutdruck als die „Wasser-Trinker“.

Die Nitrate scheinen bei Hypertonikern sogar noch effektiver zu wirken als bei gesunden Menschen. So zeigte der direkte Vergleich im Tiermodell eine deutlich stärkere Blutdrucksenkung bei hypertensiven Ratten als bei normotensiven Tieren.

springermedizin.de , Ärzte Woche 28/33/2013

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