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© Getty Images/iStockphoto
Die Inhaltsstoffe des Ingwer besetzen Serotoninrezeptoren auf den Nervenzellen.
 
Onkologie 12. August 2013

Wie Ingwer wirkt

Forscher enträtselten, warum die Wurzel gegen Übelkeit hilft.

Für Krebspatienten kann Übelkeit gefährlich werden. Nichts oder wenig zu essen, schwächt die Patienten zusätzlich zu ihrer Erkrankung. In schweren Fällen muss sogar die Therapie abgebrochen werden – selbst wenn der Tumor eigentlich auf die Medikamente anspricht.

     

Ausgelöst wird die Übelkeit durch die in den Chemo-Medikamenten enthaltenen Zellgifte. Diese greifen vor allem Zellen an, die sich häufig teilen – in erster Linie Krebszellen, aber auch Darmzellen. Die geschädigten Zellen setzen Serotonin frei. Dieses dockt an einen Rezeptor auf der Oberfläche von Nervenzellen an und aktiviert so das Brechzentrum im Gehirn.

Bereits 2009 berichteten US-Forscher, dass Ingwerextrakt die Beschwerden um 40 Prozent senken kann. Nun wurde nachgewiesen, wie das funktioniert: Die Inhaltsstoffe des Ingwer besetzen die Serotonin-Andockstellen auf den Nervenzellen. Die Folge: Das Serotonin kann nicht mehr binden, das Brechzentrum wird nicht aktiviert und die Übelkeit bleibt aus.

Auf dieselbe Weise funktionieren auch klassische Anti-Emetika. Die Inhaltsstoffe des Ingwers sind sozusagen das natürliche Pendant dazu.

Walstab J et al.: Neurogastroenterology & Motility 2013; 25 (5): 439-e302

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