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Langes Warten auf den Erfolg

Ob die Strahlentherapie gegen Prostatakrebs wirkt, lässt sich oft erst nach 15 Jahren sagen.

Prostatakrebs lässt sich durch eine Strahlen­therapie dauerhaft kontrollieren. Doch auch Jahre später gibt es noch Rückfälle.


In einer Studie der Radiotherapy Clinics of Georgia erhielten 3.546 an Prostatakrebs erkrankte Männer (Alter im Median 65 Jahre) in den Jahren 1984 bis 2000 zunächst eine Implantation von Jod-125-Seeds - vor 1992 retropubisch, danach transperineal. Anschließend wurden sie extern bestrahlt. Die Nachbeobachtung mit halbjährlichen Untersuchungsterminen betrug bis zu 26 Jahre.

PSA-Wert als Maßstab für Rezidiv

Das Besondere an der Studie: Statt mit dem üblichen Rezidivkriterium nach Strahlentherapie, PSA-Nadir plus 2, wurde die Rückkehr des Tumors beurteilt wie nach radikaler Prostatektomie: PSA-Anstieg über 0,2 ng/ml mit Bestätigung durch Kontrolltest. Lag der Nadir anfangs über 0,2 ng/ml, galt der erste Anstieg über diesen Wert als Rückfall.

Unter dieser Maßgabe lag der Anteil der Männer, die krankheitsfrei überlebten, nach zehn, 15, 20 und 25 Jahren bei 75 prozent, 73 Prozent, 73 Prozent und 73 Prozent. Von jenen, die nach 1995 transperineale Seeds erhalten hatten, überstanden sogar 79 Prozent die folgenden 15 Jahre ohne Rezidiv.

Nach Risikoklassen betrug das 15-Jahres-Überleben 92 Prozent (niedriges Risiko), 73 Prozent (mittleres Risiko) und 42 Prozent (hohes Risiko).


Späteste Rückfall nach 15,5 Jahren

Der späteste Rückfall ereignete sich 15,5 Jahre nach Therapiebeginn; nach 15 Jahren war bei dem Mann noch ein PSA-Wert unter 0,2 ng/ml gemessen worden. Spätrezidive, definiert als negativer PSA-Nachweis im zehnten Jahr mit PSA-Anstieg danach, traten bei 31 Patienten auf.

Dabei zeigten sich mitunter aggressive Tumoren, entgegen der Annahme, späte Rezidive sprächen für einen glimpflichen Verlauf.

Drei der Männer mit späten Rückfällen wurden binnen 36 Monaten hormonpflichtig; dabei hatte der PSA-Test sechs bis zwölf Monate vor dem Rezidiv noch 0,1 ng/ml oder weniger ergeben. Zwei Männer entwickelten Knochenmetastasen.

Literatur: Frank A. Critz,James B. Benton, Philip Shrake, Mark L. Merlin: 25-Year Disease-Free Survival Rate After Irradiation for Prostate Cancer Calculated with the Prostate Specific Antigen Definition of Recurrence Used for Radical Prostatectomy. J Urol 2013; 189: 878-883. doi:10.1016/j.juro.2012.10.061




 

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