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Vibrio cholerae reagiert schon auf geringste Mengen von Aminoglykosiden mit Resistenzbildung.
 
Infektiologie 14. Mai 2013

Bakterien im Stress

Auch niedrig dosierte Antibiotika fördern die Entstehung von Resistenzen.

Schon eine geringe Konzentration an Antibiotika reicht aus, um bei Bakterien eine Stress-Reaktion auszulösen, die wiederum zur Bildung von Resistenzgenen führt.

Sowohl im Abwasser als auch bei Menschen, die mit Antibiotika behandelt werden, können hohe Bakterienkonzentrationen mit geringen Antibiotikamengen auftreten. Französische Forscher konnten nun zeigen, dass niedrige Antibiotika-Konzentrationen aus der Familie der Aminoglykoside (in Krankenhäusern zur Behandlung zahlreicher Infektionen eingesetzt) die Entstehung von Resistenzgenen bei verschiedenen pathogenen Bakterien wie der Vibrio cholerae oder der Klebsiella pneumoniae fördern.     

Dieses Phänomen wird wie folgt erklärt: Selbst eine 100-fach geringere Antibiotika-Dosis als die letale löst im Bakterium oxidativen Stress aus. Durch diese „SOS“-Reaktion werden Resistenzgene auf zwei Wegen gebildet: Die Anzahl der Mutationen des Bakterien-Genoms erhöht sich und das Protein Integrase wird aktiviert. Letzteres integriert oder entfernt DNA-Sequenzen, die häufig Träger der Resistenzgene sind.

Interessanterweise zeigt Escherichia coli keine SOS-Reaktion auf Aminoglykoside, da es durch das Protein RpoS vor oxidativem Stress geschützt wird.

Baharoglu Z, Krin E et Mazel D: Plos Genetics 2013; 9 (4): e1003421

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