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Dermatologie 7. Mai 2013

Behandlungen bei weißem Hautkrebs im Vergleich

Schneiden und Abschaben heilen weißen Hautkrebs ähnlich gut.

Kürettage, Mohs’sche Operation oder simple Exzision: Die Rezidivraten bei Basaliomen und Spinaliomen sind damit nach fünf Jahren ähnlich niedrig, haben US-Forscher herausgefunden.

In der Behandlung des weißen Hautkrebses gibt es inzwischen eine Vielzahl von Verfahren: Von der Kryotherapie über photodynamische Verfahren bis zur simplen Exzision reicht die Palette. Welche Methoden aber die besten Erfolgsraten versprechen, wurde bislang noch nicht ausreichend untersucht. Diese Auffassung vertreten zumindest Dermatologen um Dr. Mary-Margret Chren von der Universität in San Francisco, USA.

Mit einer prospektiven Studie, an der über 1.250 Patienten mit knapp 1.600 primären Basaliomen und Spinaliomen teilnahmen, wollten sie diese Lücke etwas schließen. Die Patienten wurden mit einem von drei Verfahren behandelt: Mit einer destruktiven Therapie per Elektrodesikkation oder Kürettage (24 %), mit einer simplen großräumigen Exzision (38 %) oder einer Mohs’schen Operation (38 %), bei der so lange sukzessive eng um den Tumor geschnitten wird, bis histologisch gesichert ist, dass der komplette Tumor entfernt wurde. Bei diesem Verfahren, das in den USA häufig angewandt wird, muss oft nachgeschnitten werden. Es gilt aber als besonders zuverlässig.

Rezidivrate nach fünf Jahren unter fünf Prozent

738 Patienten wurden an einer Universität, 515 an einer Veteranenklinik behandelt. Im Median wurden sie 7,4 Jahre lang nachuntersucht. Insgesamt kam es zu 50 Tumorrezidiven, die Rezidivrate nach fünf Jahren lag damit insgesamt bei nur 3,3 Prozent. Mit den destruktiven Verfahren lag die Rate bei 4,9 Prozent, mit der simplen Exzision bei 3,5 Prozent und mit dem Mohs’schen Verfahren bei 2,1 Prozent – also weniger als halb so hoch wie bei den destruktiven Methoden. Insgesamt, so die Studienautoren, blieben folglich in allen drei Gruppen mindestens 95 Prozent der Patienten innerhalb von fünf Jahren rezidivfrei. Zwischen simpler Exzision und Mohs’schen Verfahren ließ sich dabei kein signifikanter Unterschied berechnen. Daran änderte sich auch nichts, wenn Charakteristika des Primärtumors wie Größe, Lokalisation und Dicke sowie bekannte Risikofaktoren für Rezidive berücksichtigt wurden.

Destruktive Verfahren werden meist bei Tumoren mit geringem Rezidivrisiko angewandt oder an wenig exponierten Hautpartien – sie sind daher nicht unbedingt eine Alternative zur Exzision. Dennoch hatten die Dermatologen um Chren deutlich höhere Rezidivraten mit diesen Methoden erwartet. Wie erwartet waren jedoch die Rezidivraten bei Patienten, die gleich mehrere Hauttumoren hatten, besonders hoch. Auch bei HIV-Patienten kam es vermehrt zu einem erneuten Tumorwachstum.

Als Schlussfolgerung der Studie wollen Chren und Mitarbeiter das umständliche Mohs’sche Verfahren nicht als obsolet betrachten. Sie plädieren lieber für weitere Studien, um die besten Verfahren zu ermitteln.

 

basierend auf: Chren, M.-M. et al. Tumor Recurrence 5 Years after Treatment of Cutaneous Basal Cell Carcinoma and Squamous Cell Carcinoma. Journal of Investigative Dermatology 2013: 133, 1188–1196; doi:10.1038/jid.2012.403

springermedizin.de/KK, Ärzte Woche 19/2013

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