zur Navigation zum Inhalt
Vollkornprodukte sind von Vorteil.
 
Allgemeinmedizin 22. April 2013

Je mehr Ballaststoffe, desto geringer das Schlaganfallrisiko

Studien ergaben einen erkennbaren Dosis-Effekt.

Jedes zusätzliche Gramm an Ballaststoffen senkt offenbar das Schlaganfallrisiko um etwa ein Prozent. Zu diesem Ergebnis kamen britische Wissenschaftler, die eine Metaanalyse von acht Studien auswertete.

Ballaststoffen werden viele Effekte nachgesagt, die das Schlaganfallrisiko senken. Dazu zählen etwa ein verbesserter Fettstoffwechsel, eine Senkung des Blutdrucks und die Prävention einer Insulinresistenz. Inzwischen liegen auch mehrere große Kohortenstudien vor, in denen untersucht wurde, ob bei ausreichendem Ballaststoffkonsum die Schlaganfallrate reduziert ist. Acht solcher Studien haben nun Epidemiologen und Ernährungswissenschaftler um Dr. Diane Threapleton von der Universität in Leeds in Großbritannien ausgewertet.

Sie konnten dabei auf Studiendaten von über 270.000 Teilnehmern zurückgreifen, die im Schnitt zwischen 8 und 19 Jahre lang regelmäßig untersucht worden waren und zu Beginn noch keinen Schlaganfall erlitten hatten. In fast allen Studien war die Schlaganfallrate bei den Teilnehmern mit hoher Ballaststoffaufnahme geringer als bei solchen, die wenig davon konsumierten, allerdings waren die Unterschiede in den wenigsten Studien statistisch signifikant. Zusammengefasst ergab sich aber dennoch ein erkennbarer Dosis-Effekt.

So ließ sich für jede Steigerung der täglichen Ballaststoffmenge um 7 g eine Reduktion des Schlaganfallrisikos um sieben Prozent berechnen. Ob es jedoch noch jenseits der 25 g pro Tag, wie sie von der American Heart Association (AHA) empfohlen werden, einen zusätzlichen Nutzen gibt, ließ sich nicht feststellen, da kaum jemand in den Studien diesen Wert überschritt, so Threapleton und Mitarbeiter. Um jeden Tag 25 g Ballaststoffe aufzunehmen, muss man etwa ein Kilo Brot oder Nudeln mit gewöhnlichem Weizenmehl verzehren oder aber die doppelte Menge an Obst und Gemüse. Etwas einfacher erreicht man den Wert mit Vollkornprodukten – diese enthalten etwa dreimal so viel Ballaststoffe wie Nahrungsmittel aus Weißmehl.

Ballaststoffe bei vaskulären Risikofaktoren wichtig

In vier der Studien wurden gezielt Angaben zum ischämischen Schlaganfall gemacht. Eine signifikante Risikoreduktion bei hohem Ballaststoffkonsum fanden die Autoren der Metaanalyse nur in einer japanischen Studie bei Frauen (minus 27 %) und in einer schwedischen Studie bei Männern (minus 31 %), in drei Studien mit Angaben zu hämorrhagischen Infarkten gab es keine signifikanten Unterschiede.

Drei der Studien differenzierten zwischen löslichen und unlöslichen Ballaststoffen. Zusammengenommen ließ sich pro 4 g löslicher Ballaststoffe eine Schlaganfallreduktion um sechs Prozent errechnen, bei den unlöslichen Ballaststoffen waren solche Berechnungen wegen ungenauer Mengenangaben nicht möglich. In einer der Studien konnten Forscher aber bei Frauen mit hohem Konsum unlöslicher Ballaststoffe eine signifikant niedrigere Schlaganfallrate nachweisen (minus 38 %).

Mehr ballaststoffreiche Nahrung essen, etwa über Vollkornprodukte, Obst, Gemüse und Nüsse, könnte gerade für Menschen mit Schlaganfall-Risikofaktoren wichtig sein, berichten Threapleton und Mitarbeiter. Man müsse daher gefährdete Personen besser aufklären, wie sie ihren Ballaststoffkonsum erhöhen können.

 

basierend auf: Threapleton DE et al. Dietary Fiber Intake and Risk of First StrokeA Systematic Review and Meta-Analysis. Stroke 2013; Epub 28, 2013, doi: 10.1161/STROKEAHA.111.000151

springermedizin.de/KK, Ärzte Woche 17/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben